Jülich/Köln: TTC Indeland erobert Tabellenführung in der 2. Bundesliga

Jülich/Köln: TTC Indeland erobert Tabellenführung in der 2. Bundesliga

Der TTC Indeland Jülich hat mit einer beeindruckenden Leistung beim 1. FC Köln den Platz an der Sonne zurückerobert und kann sich mit einem Remis am letzten Hinrunden-Spieltag daheim gegen den direkten Kontrahenten Borussia Dortmund die Herbstmeisterschaft der 2. Tischtennis-Bundesliga sichern.

„Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft absolut zufrieden, endlich sind wir wieder zurück an der Tabellenspitze“, sagte der sichtlich erleichterte TTC-Cheftrainer Miroslav Broda nach dem 6:1-Erfolg seiner Mannen beim 1. FC Köln.

Doch Hand aufs Herz: Dieses Ergebnis spricht zwar eine deutliche Sprache, doch wenn zwei Schlüsselereignisse nicht etwas glücklich für den TTC ausgegangen wären, hätten die Kölner die Partie lange offen halten können. Die Rede ist von der taktischen Spielerei der Kölner in den Doppeln und vom fast unglaublichen Schlagabtausch zwischen Kölns Spitzenspieler Lennart Wehking und Hermann Mühlbach.

Der 1. FC setzte in den Doppeln alles auf eine Karte: Er nominierte sein vermeintlich stärkstes Doppel Wehking/Walter an Position zwei und ihr zweites Doppel Brosig/Wagner an Position eins. Damit opferten sie eine halbwegs stabile Siegchance der fragilen Hoffnung auf ein 2:0. Mühlbach/Ozawa schlugen Wehking/Walther überraschend glatt mit 3:0.

Doch auch Jean/Oostwouder setzen sich nach einem sehr wechselhaften Spiel gegen Brosig/Walther durch und sicherten dem TTC so die 2:0-Führung. Broda: „Ich habe nicht mit soviel Mut der Kölner gerechnet, aber uns hat es in jedem Fall in die Karten gespielt. Die Führung nach den Doppeln hat uns eine glänzende Ausgangsposition für die Einzel verschafft.“

Fast perfektes Tischtennis

Hermann Mühlbach spielte in den ersten drei Sätzen fast perfektes Tischtennis gegen Lennart Wehking. Er erarbeitete sich bereits im dritten Satz drei Matchbälle, doch Wehking zog den Kopf aus der Schlinge, drehte die Partie und führte plötzlich sogar im fünften Satz mit 9:4. Dann hatte Mühlbach fast unglaubliches Glück.

Er spielte in vier aufeinander folgenden Ballwechseln Netzroller und verkürzte auf 8:9. Dann überraschte er mit drei Weltklassebällen und besiegte Wehking mit 11:9. Mühlbach erzählte: „Das war unglaublich! Es war ein Spiel mit vielen Höhen und Tiefen. Ich hatte im dritten eigentlich schon gewonnen und im fünften eigentlich schon verloren. So etwas passiert in einem Sportlerleben nicht oft!“

Dieser Sieg hatte demoralisierende Wirkung auf die Kölner. Lauric Jean bescherte seiner Mannschaft schließlich noch vor der Pause mit seinem Sieg über Thomas Brosig das 4:0. Der leicht frustrierte Ewout Oostwoulder versuchte nach vielen unglücklich verloren Einzeln mit einem engagierten Auftritt gegen Gianluca Walther endlich den Aufwärtstrend einzuleiten, doch der Niederländer gab den einzigen Punkt der Indeländer ab. Yoshihiro Ozawa und Lauric Jean hatten im Anschluss wenig Mühe, das 6:1 zu vollenden und dem TTC eine glänzende Ausgangsposition für den Hinrunden-Showdown am 14. Dezember gegen Borussia Dortmund zu verschaffen.