Jülich: Trost-Pflaster wird auf Jülicher Markt verlegt

Jülich: Trost-Pflaster wird auf Jülicher Markt verlegt

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Jülicher Fußgängerzone mit ihrem hübschen, aber kaputten Bodenbelag ein thematischer Dauerbrenner. Bürgerschaft und Politik regten sich auf, weil das millionenschwere Unterfangen permanent ausgebessert werden musste. Geflügeltes Wort war die „Sanierung der Sanierung“.

Weitere knapp 20 Jahre später darf man von der „Sanierung der Sanierung der Sanierung“ sprechen — und von einem Trost-Pflaster. Denn die derzeit laufenden Ausbesserungsmaßnahmen auf dem Marktplatz dürfen laut Stadtrat ein Budget von 60.000 Euro nicht übersteigen. Viel ist dafür nicht zu bekommen, aber immerhin: Neun Steinfelder werden auf Vordermann gebracht.

„Der große Flicken entlang des Alten Rathauses wird zunächst ausgetauscht“, berichtet Tiefbauamtsleiter Robert Helgers auf Anfrage unserer Zeitung. Und beim Aufbruch des Untergrundes war gleich zu sehen, was seinerzeit schiefgelaufen ist. Helgers: „Man sieht den falschen Untergrund. Der Betonunterbau der Klinkersteine und eine fehlerhafte Vermörtelung sorgten dafür, dass Wasser nicht abfließen konnte.“ Folge war jedenfalls, dass das Pflaster aufbrach und uneben war. Auch die Arbeiter jetzt finden entweder lose Steine vor — oder solche, die regelrecht einzementiert sind.

Die Ausbesserung erfolgt nach dem Vorbild in der Düsseldorfer Straße. Auf einem laut Robert Helgers „vernünftigen Unterbau“ aus Schottertragschicht und Bettung werden die eigens angefertigten Steine hochkant verlegt. Es handelt sich wieder um Klinker. Das ursprüngliche Material wird nicht mehr hergestellt.

Da neun Pflasterfelder ausgetauscht werden, dürften die Arbeiten je nach Witterung bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft sind die Baustellen auf dem Marktplatz verschwunden.

Die jetzigen Arbeiten gehen auf Vorschläge zurück, die von der „Marktplatzkommission“ mit Mitgliedern aller Fraktionen unterbreitet worden sind. Der Stadtrat hat die Vorschläge abgesegnet. Wenn die Tiefbauarbeiten beendet sind, werden auch noch einige Bänke versetzt. Zudem sollen die Metallumrandungen der Blumenbeete entfernt werden.

Der Wochenmarkt bleibt übrigens an Ort und Stelle, muss in den nächsten Wochen im Aufbau nur leicht angepasst werden. Auch die Beschicker profitieren letztlich vom Trost-Pflaster, das kein großer Wurf sein kann.

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