Traditionschor löst sich in aller Stille auf – Neugründung initiiert

Ende und Neubeginn : Figuralchor Jülich gehört der Vergangenheit an

Der Figuralchor Jülich hat sich aufgelöst. Einige Sänger wollen nun einen Neuanfang wagen.

Die Chronik des Jülicher Figuralchores reicht bis in das Jahr 1994 zurück. Damals gründeten etwa 30 Damen und Herren aus Jülich und Umgebung den „Jülicher Figuralchor“. Die Chorleitung übernahm Martin Te Laak.

Den ersten öffentlichen Auftritt konnte der Chor am 25. März 1995 in der Schlosskapelle verzeichnen. Jährliche Konzerte folgten und damit die Aufführung vieler bedeutender Werke der Musikliteratur. Mit dem „Elias“ von Felix Mendessohn Bartholdy, „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms und später in Zusammenarbeit mit den Overbacher Chören dem „Magnificat“ von Johann Sebastian Bach, dem „Dicit Dominus“ von Antonio Vivaldi, dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel seien nur einige Highlights der Konzerte genannt.

Auch nachdem Ilona Baum das Dirigentenamt 2001 übernahm, kam das Jülicher Publikum in den Genuss besonderer Chorkonzerte, bei denen Gastmusiker gerne mitwirkten.

Das zehnjährige Bestehen feierten die Sänger mit der Aufführung der „Chichester Psalms“ von Leonard Bernstein. Mit der „Orgelsolomesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart, den „Liebesliedern“ von Johannes Brahms, dem „Requiem“ von Gabriel Fauré und dem „Requiem d-moll“ von Wolfgang Amadeus Mozart ging die Erfolgsserie des Chores neben vielen anderen Konzertprogrammen weiter. Besonders erwähnenswert war der spektakuläre Auftritt des Chores unter Leitung von Susanne Duwe 2007 bei der Aufführung der „Nibelungen“ des N.N. Theaters im Brückenkopfpark.

2014 übernahm Gregor Josephs aus Eschweiler die musikalische Leitung des Chores. „Lieder und Madrigale alter Meister“ im Rahmen des Linnicher Kultursommers 2016, „Folksongs over the World“ 2017 in der Christuskirche und 2018 der Auftritt bei dem Gemeinschaftskonzert „Bunte Vielfalt“ im PZ der Schule Linnicher Straße schlossen den Reigen der Konzerte des Figuralchores. Die Sänger können mit Stolz auf eine großartige Chronik und viele umjubelte Konzerte zurückblicken. Die Freude am gemeinsamen Gesang und das Konzertieren für ihr Jülicher Publikum standen im Vordergrund, waren Motivation und Leidenschaft.

Mit der Auflösung des Chores schließt sich auch ein Kapitel der Geschichte der Traditionschöre und traditionellen Konzerte, die die Musikszene in Jülich ungemein bereichern.

Die Auflösung des Chores hatte wohl verschiedenste Ursachen. Das Ausscheiden einiger Mitglieder aus unterschiedlichen persönlichen Gründen und das Problem der Gewinnung von Neumitgliedern waren sicherlich nicht unbedeutend. Gravierender waren aber sicherlich die Diskrepanzen zwischen Gruppierungen, die bei der Leistung eines Chores unterschiedliche Zielsetzungen haben.

Nach Mitteilung von Initiator Kai Wieghardt an die Redaktion möchte eine kleine Gruppe Jülicher Sänger in der Stadt eine Neugründung in der Musikschule „auf etwas höherem Niveau“ versuchen. Gregor Josephs möchte dabei dem neuen Chor „die Freude an einem homogenen Klang“ vermitteln. Zu dem zu erarbeitenden Repertoire sollen die Alten Meister gehören, aber auch Werke der anderen Stilepochen der klassischen Chormusik.

Zu den ersten Aufgaben der Probenarbeit sollen „das Finden einer einheitlichen Vokalfarbe und Intonation im Focus stehen“. Den zukünftigen Chormitgliedern werden für die Vorbereitung Übe-CDs zur Verfügung gestellt.

Gesucht werden „interessierte und ambitionierte Sängerinnen und Sänger mit Chorerfahrung, die sich auf dieses Abenteuer einlassen möchten“. Die Proben finden dienstags von 19.45 bis 21.45 Uhr in der Aula der Musikschule Jülich, Linnicher Straße statt. Anmeldungen mit Angabe der Stimmlage an: g.josephs@gmx.de.

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