Traditionelles Adventskonzert der Musikschule Jülich

Jülich: Ein musikalisches Weihnachtsgeschenk ans Publikum in der Christuskirche

„Wie weihnachtelt man?“, diese wunderschöne Kinderweihnachtsgeschichte wurde zwischen den Programmpausen des Adventskonzerts der Musikschule Jülich einfühlsam von Mary Asatryan vorgelesen.

Diese Erzählung von Lorenz Pauli handelt vom Sinn des Schenkens und konnte aus gegebenem Anlass kaum zutreffender ausgewählt werden. Denn die vielen in der Christuskirche an diesem Abend versammelten Zuhörer wurden reichlich beschenkt. Schönste musikalische Klänge erfreuten ihre Gemüter.

Während der vergangenen Jahrzehnte sind die Adventskonzerte der Musikschule Jülich zu einer im Stadtgeschehen fest verwurzelten Tradition geworden. Die auch in diesem Jahr sorgfältig ausgewählten Komponisten mit Michael Altenburg, Benedetto Marcello, Georg Philip Telemann, Marc-Antoine Charpentier und Georg Friedrich Händel gehören größtenteils in die Musikwelt des Barock. Bezeichnend für die Werke dieser musikalischen Periode ist die Wiederspiegelung der menschlichen Gemütszustände. In der besinnlichen Adventszeit erreicht jene Musik besonders viele Menschen.

Ebenso durfte die Wiener Klassiker an solch einem Abend nicht fehlen und wurde mit der Komposition „Die Schlittenfahrt“ von Wolfgang Amadeus Mozart passend zum Anlass vertreten. Die Zeitgenössische Kirchenmusik wurde in dem von John Rutter komponierten und von einem jungen Damenduett aus der Gesangsklasse fabelhaft interpretierten Lied „Angels Carol“ dargeboten. Musikwerke von anerkannten Meistern der Filmmusik wie James Horner und Ennio Morricone und mehrere Weihnachtslieder vervollständigten das Konzertrepertoire.

Miteinander der Generationen

Die Leitidee der Musikschule und somit auch der festlichen Adventskonzerte ist laut dem stellvertretenden Schulleiter Wolfgang Riedel „das Miteinander der Generationen. Eine Gemeinschaft aus Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen, die in einem Ensemble zusammenkommen und miteinander musizieren“. Schüler aus sechs Instrumentalklassen erarbeiteten in unterschiedlich großen Ensembles während mehrere Wochen andauernder Proben ein musikalisches Konzept, das einem Weihnachtskonzert mehr als würdig wurde.

In der stimmungsvoll beleuchteten Christuskirche erklangen die verschiedensten Instrumente von Violinen, Block- und Querflöten übers Klavier bis hin zu Gitarren und fügten sich harmonisch in Einklang mit Werken der alten und neuen Musikmeister. Mit viel Gefühl und Freude am Geschehen erzielten die jüngsten und die etwas älteren Interpreten eine feierliche, zugleich jedoch sehr warme, behagliche Atmosphäre an diesem kalten, ungemütlichen Abend.

Pfarrer Horst Grothe sprach in seiner Begrüßungsrede von einer schützenden, Ängste vertreibenden Rolle der Musik. Er sagte auch, dass Musizieren einer Form von Beschenken der zuhörenden Menschen sein kann. Der abschließende lang andauernde Publikumsapplaus und die am Ende des Konzertabends entspannt lächelnden Zuschauer waren ein Zeichen dafür, dass alle in der Christuskirche Versammelten ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk erhielten.

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