Jackerath/Titz: Tour-Fieber: Vier äußerst lohnende Minuten in Titz

Jackerath/Titz: Tour-Fieber: Vier äußerst lohnende Minuten in Titz

„Die Leute sind alle irgendwie angefixt“, beschreibt Wolfgang Sieben, Mitorganisator des „Jackerather Tourfests“, die Stimmung am Vorabend des sportlichen Großereignisses. Viele seien noch schnell vorbei gekommen, um Fahnen, Krepppapier oder anderes Dekorationsmaterial zur Gestaltung des Dorfeingangs beizutragen.

Bereits am Sonntagvormittag drängten sich nicht nur Radsportfreunde am Ortseingang von Jackerath, um den Hauch der Tour de France hautnah miterleben zu können. Ein Organisationsteam der Dorfvereine und der Feuerwehr hatte den Treffpunkt direkt neben der Strecke für das Tourfest bestens vorbereitet, die Big Band des Erft-Gymnasiums Bergheim verkürzte die Wartezeit bis zum Eintreffen der rollenden Karawane musikalisch. Die Freude, beim weltweit beachteten Großereignis dabei zu sein, war nahezu greifbar. Die Fans begrüßten den riesigen Merchandising- und Presse-Tross, ihren Höhepunkt erreichte die Anfeuerungswelle, als die ersten Profis in der langgezogenen Ortskurve sichtbar wurden und mit faszinierendem Tempo vorbeirasten.

Nach Schätzungen der Sicherheitskräfte säumten zwischen 4000 und 5000 Schaulustige den Streckenabschnitt im Zentralort, der direkt durch Titz führte. Im Vorfeld verfolgten die Fans den Verlauf der Etappe auf einer Großleinwand und waren so stets bestens informiert. Dass der Radsportabteilung des SV Malefinkbach schon lange bevor der Tross der Werbefahrzeuge den Ort erreichte an ihrem Imbissstand die Würstchen ausgegangen waren, ist ein kleiner Beleg für den unerwartet großen Andrang.

Tour-Kennern war die rasante Fahrt nicht neu. Riesenjubel brandete auf, als die vierköpfige Spitzengruppe um 14.57 Uhr nach den Stunden des Wartens endlich vorbeifuhr, das Hauptfeld näherte sich knapp zwei Minuten später. Um 15.01 Uhr war das Spektakel mit dem Eintreffen des Fahrzeugs mit der Aufschrift „Fin De Course“ in Titz vorbei. Es waren nur vier Minuten, doch diese live miterlebt zu haben, hat sich gelohnt.

(jago)
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