Titz: Titzer Rathaus bietet jetzt Barrierefreiheit

Titz : Titzer Rathaus bietet jetzt Barrierefreiheit

Die „Plakette für barrierefreie Bauweise“ ist gut sichtbar neben dem gläsernen Aufzug im Rathaus der Gemeinde Titz angebracht. „Unser Dank dem Bauherrn“ ist neben dem Rollstuhlsymbol zu lesen. Unmittelbar darüber wird die Urkunde des VdK ihren Platz finden, die Kreisverbandsvorsitzender Günter Dick dem Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen überreichte.

„Ich habe heute die große Ehre, das starke Engagement und die Beharrlichkeit meines leider verstorbenen Vorgängers Hans Schüller zu vollenden.“ Das sagte die designierte Vorsitzende des Vdk-Ortsverbands Rödingen-Höllen, Carmen Beinuhn. Sie resümierte den fast zehn Jahre langen und durchaus steinigen Weg Schüllers, der „im politischen Raum nicht immer auf Begeisterung stieß“.

Doch „viele Gespräche und ein langer Atem“ führten dann doch zum barrierefreien Rathaus Titz als eines der wenigen in der Umgebung. Mit der Barrierefreiheit werde neben dem Besuch des Rathauses auch die Teilnahme an Ratssitzungen, „vielleicht sogar als Mandatsträger“ ermöglicht, fügte Beinuhn hinzu. Dem verstorbenen Initiator standen schließlich andere Einrichtungen wie der Landesbehindertenrat oder der Schwerhörigenverband zur Seite.

Schüller wurde durch seine Witwe Ulla vertreten, die noch als Frauenvertreterin im Vdk-Ortsverband fungiert. „Die größte Barriere sitzt in den Köpfen der Menschen“, unterstrich Dick, der der Gemeinde Titz und ihren Bürgern herzlich gratulierte. „Die barrierefreie Umsetzung soll nicht zum Stillstand kommen“, betonte er unisono mit dem Titzer Bürgermeister.

Mehr Licht

Letzterer resümierte alle Umbaumaßnahmen mit Blick auf den viel zitierten demografischen Wandel, die das Konjunkturpaket der Bundesregierung vereinfachte: Umgesetzt wurde eine verbesserte Rampe für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen, ein barrierefrei umgestalteter Eingangsbereich mit Glasschiebetüren und verbesserten Lichtverhältnissen, eine rollstuhlgerechte WC-Anlage und eine Modernisierung des Sitzungssaals oder besser „Bürgersaals“, unter anderem sogar durch eine Induktionsschleife unter dem Estrich, die schnurlos alle Diskussionen in Hörgeräte überträgt.

Mit dem Einbau des gläsernen Aufzuges, der das „äußere Bild prägt“, ist das Gros der Barrierefreiheit im Rathaus Titz also längst Realität. Laut Bürgermeister fehlen noch die Aufkleber für Sehbehinderte an den Schiebetüren. Auf der Liste der langfristig angesetzten Maßnahmen steht unter anderem noch die „kontrastreiche Umgebung“ für Sehbehinderte. Auf solcherlei Details werde man achten, wenn zum Beispiele die Teppiche ausgewechselt werden müssen.

Koordinator der Maßnahmen war Architekt Peter Bruntsch. Bewusst gewünscht war im Übrigen ein Rathausumbau „für behinderte und nicht behinderte Menschen“. So werde etwa der Aufzug auch gerne von Müttern mit Kinderwagen genutzt, die kurzen Wege im Servicebereich im Foyer werden von allen Besuchern geschätzt.

(ptj)
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