Vortrag: "Die Musik der Jugend im Dritten Reich"

Vortrag im LVR-Kulturhaus Landsynagoge : Die Musik der Jugend im Dritten Reich

Die Jugend im NS-Staat war in staatlichen Organisationen wie der Hitler-Jugend, dem Reichsarbeitsdienst oder der Wehrmacht der durchgehenden Propaganda martialischer Märsche und Gesänge ausgesetzt und konnte diesen Inhalten kaum entkommen.

Wie alle jungen Leute interessierten sie sich jedoch auch für die moderne Musik ihrer Zeit. Das waren der Jazz und der Swing, die aus den USA, England und Frankreich nach Deutschland kamen. Welche musikalischen Zerreißproben und kulturellen Dissonanzen damals auszuhalten waren, zeigt Michael M. Lang anhand zahlreicher originaler Schallplatten aus dieser Zeit am Sonntag, 31. März, um 15 Uhr im Vortrag „Zwischen Schlurf und Gleichschritt. Die Musik der Jugend im Dritten Reich“ im LVR-Kulturhaus Landsynagoge, Mühlenend 1.

In den Liedern der Blut- und Bodenideologie und der Agitation gegen die „Judenmusik“ tobte sich der Antisemitismus der politischen Führung aus. Der heiße Swing auf Platte zeigt andererseits lebhaft die Zerrissenheit, in der viele Zeitgenossen damals lebten.

Lang ist seit 1998 als Strafverteidiger tätig und besitzt neben einem großen Archiv mit originalen Schellack-Schallplatten viele hundert Stunden O-Töne. Er interessiert sich schon seit mehr als 30 Jahren für politische Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und arbeitet unter anderem mit dem Deutschen Rundfunk-Archiv zusammen.

Der Eintritt für den Vortrag kostet drei Euro, inklusive Besichtigung der Gebäude und der Dauerausstellung.

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