Ausstellung in der „Alten Weberei“: Von Spielerisch-Harmlosem bis zu Hinterlistig-Provozierendem

Ausstellung in der „Alten Weberei“ : Von Spielerisch-Harmlosem bis zu Hinterlistig-Provozierendem

Mit Werken von Anne Blass, Elisabeth Busch-Holitschke, Ludwig Maria Vongries und Dieter Krüll präsentiert Brigitte Habig in ihrer Galerie „Alte Weberei“ in Rödingen ein äußerst spannendes Angebot anspruchsvoller Gegenwartskunst.

So verschieden die Ausdrucksformen auch sein mögen, das Gesamtkonzept passt. Fragil-Leichtes trifft auf Massives, Spielerisch-Harmloses steht im Kontrast zu Hinterlistig-Provozierendem – die Gegensätze ergänzen sich.

In ihren Glasfusing-Arbeiten verdichtet Anne Blass die Geschichten der eingearbeiteten Fundstücke, konserviert sie und gibt ihnen eine neue Bedeutung. Zwischen Himmel und Erde siedelt Ludwig Maria Vongries seine Skulpturen an. Massive Stahlgebilde gehen eine Verbindung mit naturnahem Holz ein, umschlingen es und lassen ihm dennoch Raum zum Atmen. Es liegt am Betrachter, mit diesen Arrangements umzugehen, sie auf sich wirken zu lassen, aber auch die dahinter stehende Intention des Künstlers zu hinterfragen.

Herausfordernd blicken die stummen Porträtbüsten von Elisabeth Busch-Holitschke in den Raum. Unnahbar scheinen sie und verraten doch eine Verletzlichkeit. Verstärkt wird dieser Eindruck durch daneben gezeigte alte Nachtkleider, denen durch aufgearbeitete Nacktheit das schamhafte Verhüllen genommen ist.

Die Welt von Dieter Krüll scheint bizarr. Hinterlistig im positiven Sinne schleichen sich die Wesen seiner fantastischen Bilder in die Gedanken des Betrachters, nehmen ihn mit zur oftmals provokativen Aussage und überlassen ihn dort seiner Fantasie. Die gezeichneten und kolorierten Geschöpfe erinnern an Graffiti oder Mangas, die die Aussage steigernden kryptischen Textfetzen an Comics und Graphic Novels.

Geöffnet ist die Ausstellung am 6. und 7. Juli jeweils von 15 bis 19 Uhr.

(jago)
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