Gemeinsamer Standort für Feuerwehr und Bauhof: Titz zentralisiert den größten Löschzug

Gemeinsamer Standort für Feuerwehr und Bauhof : Titz zentralisiert den größten Löschzug

In Titz gibt es Probleme mit einigen Standorten des Bauhofs und der Feuerwehr. Mit einem Neubau will die Gemeinde eine große Lösung schaffen und zusätzlich noch neues Bauland gewinnen.

Die Feuerwehr in Titz ist aufgeteilt in drei Löschzüge. Mit zweien gibt es keine Probleme: Das gilt für die Feuerwehren in Rödingen und Ameln sowie in Müntz, Hasselsweiler und Gevelsdorf. An den Gebäuden des größten Löschzugs, dem für Titz, Jackerath und Opherten, nagt hingegen der Zahn der Zeit. Die sind alt, klein und ungünstig gelegen. Ob sie alle zu alt, zu klein und zu ungünstig gelegen sind, wird die nahe Zukunft zeigen. Für die sorgt die Gemeinde bereits vor.

Sie hat am Titzer Ortsausgang in Richtung Jackerath Grundstücke gekauft, auf denen bis zum nächsten Jahr Lösungen für mehrere Probleme gebaut werden sollen. Die drei Löschgruppen der Ortsteile Titz, Jackerath und Opherten sollen irgendwann dort zusammengefasst werden, wenn der Zahn der Zeit Fakten geschaffen hat. Außerdem soll der Bauhof der Gemeinde an diesem Standort eine neue Bleibe finden. Rund 2,3 Millionen Euro soll das Bauvorhaben kosten, das im Spätsommer 2020 fertig sein könnte. Grundstücks- und Architektenkosten nicht eingerechnet.

Die Titzer Feuerwehr-Probleme: Das Gerätehaus in Titz liegt in der alten Ortslage, die Erreichbarkeit ist laut Bürgermeister Jürgen Frantzen nicht optimal. Das Gebäude in Jackerath sei angemietet, in Opherten sei der Platz recht dünn bemessen. „Außerdem sind die Objekte alle unterwohnt“, erklärte Frantzen. Noch gebe die Unfallkasse ihre Zustimmung zu den Standorten. Das ist vermutlich aber nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändert. So sehen es Frantzen und der Gemeinderat. „Unsere Feuerwehrleute machen das alle ehrenamtlich. Wir wissen natürlich, dass die Standorte in Jackerath und Opherten emotionale Faktoren sind. Deswegen zwingen wir die Löschgruppen auch nicht zu einem Umzug“, sagte Frantzen.

Das Nein der Unfallkasse

Aber irgendwann werde der Zeitpunkt kommen, an dem die Unfallkasse ihre Zustimmung zur finanziellen Unterstützung verweigere, weil die Standorte nicht mehr zeitgemäß seien. Zu bedenken ist, dass der Löschzug nicht nur die größten Titzer Ortschaften abdeckt, sondern auch die Autobahn auf Gemeindegebiet. Das Nein der Kasse sei einer der Indikatoren für den Umzug und das Zusammenlegen in einen Standort. „Wir machen das nicht über die Köpfe der Feuerwehr hinweg. Der Wehrleiter muss die Einsatzfähigkeit feststellen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, dann wird es Zeit“, schilderte Frantzen.

Das könne passieren, wenn der bereits vorhandene Sanierungsstau wächst, die Gebäude für immer größere Ausrüstung zu klein werden und die Sanierung dann zu teuer wird. Wenn diese Faktoren in Jackerath und Opherten Realität werden, dann soll der neue Platz im großen, zentralen Feuerwehrhaus schon fertig sein. Die sogenannte Hilfsfrist, innerhalb derer die Feuerwehr am Einsatzort sein muss, werde mit dem zentralen Standort eingehalten. Das habe die Verwaltung laut Frantzen ermittelt.

In den großen neuen Bau ziehen als erste die Löschgruppe Titz und der Bauhof der Gemeinde ein. Der hat zwar kein Platzproblem, aber ein logistisches. Er ist auf drei Standorte aufgeteilt, das Materiallager etwa ist in Rödingen. Das verursache unnötig viele Fahrten. Frantzen sprach von einem weiteren Synergieeffekt: Da die Feuerwehr in Titz ehrenamtlich sei, könnten die Feuerwehrleute und das Personal des Bauhofs die Sozialräume beide nutzen. Die Bauhofmitarbeiter zur Dienstzeit, die Feuerwehr danach.

Ein weiterer Effekt, den Frantzen als Vorteil bezeichnet: Wenn aus drei Feuerwehr- und drei Bauhofstandorten einer wird, dann gewinnt die Gemeinde Platz. Den will sie unter anderem dafür nutzen, um neues Bauland an einigen der aufgegebenen Standorten zu entwickeln. Titz ist aktuell die Kommune mit dem drittgrößten Einwohnerwachstum im Kreis Düren. Bauland ist gerade kostbar in der Landgemeinde.

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