Titz: Titz will allen Lastwagen den rechten Weg weisen

Titz: Titz will allen Lastwagen den rechten Weg weisen

Seit Januar 2005 gilt in Deutschland die Mautpflicht für Lkw ab einem zulässigen Gesamtgewicht von zwölf Tonnen grundsätzlich auf allen Autobahnen. Einschließlich Rastanlagen, sie beginnt mit der Auffahrt auf die Autobahn.

Zwischenzeitlich gilt auch auf über 1100 Kilometern Bundesstraßen mit autobahnähnlichem Standard die Mautpflicht. Genau so lange ist es an der Tagesordnung, dass Lastkraftwagen Mautstellen umfahren, über Landstraßen dann andere Anschlussstellen ansteuern, um so Maut zu sparen.

Wie in der Gemeinde Titz, wo die Ortsdurchfahrt als „Anbindung“ zwischen A 4 und A 44 verstärkt genutzt wird. Darüber hinaus werden Straßen genutzt, die besonders für den Schwerlastverkehr wegen Restriktionen nicht befahren werden sollen oder können, was aber in Navi-Geräten nicht hinterlegt wurde. Dies soll sich ändern, denn die Gemeinde Titz will dem Netzwerk „mobil-im-rheinland.de“ beitreten, das sich mit effizienter und stadtverträglicher Lkw-Navigation in der Metropolregion Rheinland befasst.

Wenn sich am Donnerstagabend der Ausschuss für Gemeinde- und Strukturentwicklung zur Sitzung trifft, ist der Beitritt zum Netzwerk das vorherrschende Thema. Vielleicht debattieren die Mitglieder auch das immer wieder festzustellende Umfahren der Mautstation am Jackerather Kreuz oder über die Beschwerden der Anlieger der Ortsdurchfahrt in Titz. Aber in der Hauptsache geht es um den Beitritt zum Netzwerk, heißt es aus dem Rathaus.

Denn Ziel des Projektes sei es, „die Kartenproduzenten für Navigationsgeräte an dem Wissen der Kommunen teilhaben zu lassen, welcher Verkehrsraum in der jeweiligen Kommune für den Lkw-Verkehr besonders geeignet ist, ob es so genannte Vorrangrouten gibt.“

Vorrangrouten eintragen

So denken die Titzer zum Beispiel daran, für den Lastwagenverkehr von Mersch nach Ameln die Landstraße 241 bis zum Kreisverkehr in Titz und anschließend nach Ameln als Vorrangroute in das Netzwerk einzutragen. Denn die bisher von Navi-Geräten ausgewählte Route von Mersch nach Ameln führt über die L 241 nach Neu-Spiel, dann über die L 258 in die Ortschaft Spiel und im Anschluss daran nach Ameln. Das ist ein Straßenabschnitt, der bereits jetzt schon erheblich geschädigt ist. Zudem kommt es in Spiel gelegentlich zu Rangiermanövern wegen der engen Straße.

„Diese Strecke ist für den Lastwagenverkehr äußert ungeeignet“, sagt denn auch Bürgermeister Jürgen Frantzen, der für den Beitritt plädiert. „Denn in erster Linie geht es um die Schonung von Bürgern in den Ortsdurchfahrten.“ Die Beteiligung an dem Projekt böte zudem die Chance, den Lkw-Verkehr aus den Ortschaften der Gemeinde heraus zu halten beziehungsweise diesen zu minimieren.

Mit einem Kooperationsvertrag bindet sich die Gemeinde — vorausgesetzt, der Ausschuss gibt eine entsprechende Empfehlung an den Rat ab — in das Netzwerk mit ein. Die Beteiligung ist kostenlos und ohne jegliches Risiko. Der mit der Pflege einhergehende Personalaufwand geht allerdings zu Lasten der Kommune. Organisiert durch „mobil-im-rheinland.de“ wird das Projekt von Vertretern des Ministeriums für Bauen und Wohnen, der IHK Aachen, dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg und einem Vertreter des Logistikgewerbes.

Bei einer Auftaktveranstaltung in Düsseldorf waren Vertreter der Gemeinde Titz dabei, zeigten sich angetan von den Möglichkeiten der stadtverträglichen Lkw-Navigation, die bereits einen erfolgreichen Start im gesamten Ruhrgebiet hingelegt hat.

(hfs.)