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Breitband-Internet: Titz ist die Vorzeigegemeinde im Kreis Düren

Breitband-Internet : Titz ist die Vorzeigegemeinde im Kreis Düren

Im Jahr 2017 stellte der Bund Fördermittel in Höhe von 675 Millionen Euro zur Versorgung mit schnellen Breitbandanschlüssen zur Verfügung.

In Anspruch genommen wurden davon lediglich 15 Millionen, so dass der Ausbau nur sehr langsam Fahrt aufnimmt.Von diesem bundesweiten Trend hebt sich die Gemeinde Titz positiv ab. Deren Ausschuss für Gemeinde- und Strukturentwicklung legte im Verlauf einer Ratssitzung den aktuellen Sachstand zur Breitbandversorgung in der Landgemeinde im Kontext der Breitbandinitiative des Kreises Düren dar.

Um den flächendeckenden Ausbau voranzutreiben, wurde bereits 2009 über Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II (KP II) ein Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt 370.500 Euro bereitgestellt. Der Betrag setzte sich im Verhältnis 1:1 vom Kreis Düren und dem Eigenanteil der Gemeinde (jeweils 185.250 Euro) zusammen. Mit zusätzlichen von Land und Bund bewilligten Fördermitteln wurde ein Gesamtvolumen von rund 400.000 Euro erreicht, aus dem ab 2011 der Ausbau eines gemeindlichen Leerrohr-Netzes finanziert wurde.

Priorisiert wurden dabei die Ortsteile Gevelsdorf, Hasselsweiler, Hompesch, Müntz und Ralshoven, in denen zu diesem Zeitpunkt die geringsten Bandbreiten verfügbar waren. Zwischenzeitlich ist hier der Ausbau mit einer Bandbreite von 50 bis 64 Mbit/sec, überwiegend durch die Firma Soco Network Solutions GmbH, realisiert worden.

Kooperationsvereinbarung

Eigenwirtschaftlich hat das Unternehmen den Ausbau auch in anderen Teilen der Gemeinde vorangetrieben. Verbessert wurde die Situation zudem durch Aktivitäten anderer Unternehmen (Deutsche Telekom und Unity Media). Um verbleibende unterversorgte Bereiche ans schnelle Internet anzuschließen, hat die Gemeinde eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kreis Düren geschlossen. Der von den Kommunen zu tragende Anteil an öffentlich zu deckenden Wirtschaftlichkeitslücken beträgt zehn Prozent.

Die Gemeinde Titz hat im Dezember 2016 einen Eigenanteil in Höhe von 220.000 Euro bereitgestellt. Dieser wurde unter Berücksichtigung mittlerweile erfolgter Ausbauaktivitäten und basierend auf einem vom Kreis Düren geplanten VDSL-Ausbau unter Einsatz der Vectoring-Technik mit garantierten Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit/sec für mindestens 95 Prozent der Anschlüsse auf 100.000 Euro korrigiert.

Im Verlauf der Ratssitzung erläuterte Andrej Lang, Breitbandkoordinator des Kreises Düren, den Ist-Zustand nach Abschluss einer Versorgungsanalyse, der sich verwaltungstechnisch sehr komplex darstellt.

„Titz ist die „Vorzeigegemeinde im gesamten Kreis“, würdigte Lang besonders die frühzeitige Eigeninitiative der Titzer Verwaltung. Nachdem ein zuschlagsfähiges Angebot vorgelegt worden sei, werde die Abstimmung mit dem Projektträger erfolgen. Der zeitliche Rahmen weiterer Fortschritte werde von dem Eingang positiver Förderbescheide zunächst vom Bund, dann vom Land bestimmt.

Diverse Verbindungsarten

Auf Nachfrage bestätigte Lang, dass der „offene Zugang für andere Unternehmen Bestand des Fördervorgangs“ sei. Stephan Fuß, Geschäftsführer der Soco Network Solutions GmbH, verdeutlichte noch einmal die Gründe für die unterschiedlichen Versorgungsleistungen je nach Verbindungsart. „Man muss den Leuten zeitgemäße Verbindungen zur Verfügung stellen“, fasste er zusammen und stellte in Aussicht, dass „das was im Rahmen des Förderprogramms gebaut wird, für nachfragende Firmen individuell ‚Open Access fähig‘ sein müsse.

„Wo ist das Internet-Sorgentelefon?“, hieß die konkrete Frage von Bürgermeister Jürgen Frantzen, der damit herausstellte, dass dies keinesfalls Aufgabe der Gemeindeverwaltung sein könne.

Andrej Lang stellte in Aussicht, dass der Kreis Düren zu gegebener Zeit eine Homepage einrichten und einen Ansprechpartner benennen werde. Die Frage nach einem konkreten Termin konnte er „ad hoc nicht beantworten“.

Ein Ausbau durch das Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ ist dem Beschlussvorschlag des Ausschusses für Gemeinde- und Strukturentwicklung zu Folge als sehr fraglich anzusehen, da es unter anderem zu keiner zufriedenstellenden Einigung bezüglich der Verlegemethode oder der Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer gekommen sei.

(jago)