Tischtennis: TTC zwar Letzter, aber nicht unglücklich

TTC Jülich : Ein Tabellenletzter, der nicht unglücklich ist

Null Punkte nach sieben Spieltagen – das dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach der achten Partie des TTC Indeland Jülich im Heimspiel gegen Fulda-Maberzell am Sonntag in der Tischtennis-Bundesliga nicht ändern.

Die Verantwortlichen sind natürlich nicht zufrieden, aber auch nicht völlig unglücklich. Erstens könnte der Knoten noch platzen, zweitens kann dem Team nicht viel passieren.

„Das wussten wir im Voraus“, sagt Ehrenpräsident Arnold Beginn zum Abschneiden des Teams nach der Rückkehr ins Oberhaus. Mit Dennis Klein und Martin Allegro haben zwei Spieler eine 0:7-Bilanz und mithin schon reichlich Lehrgeld gezahlt. Zwei Spitzenspieler der 2. Bundesliga brauchen in der höheren Klasse eben ihre Zeit. Robin Devos, mit 24 Jahren der „Routinier“ im Team, ist die positive Überraschung. Bei vier Siegen und vier Niederlagen belegt er unter 41 gelisteten Erstligaspielern Platz 20.

Auch wenn sieben Niederlagen auf den ersten Blick den Eindruck der Chancenlosigkeit vermitteln: Mindestens in drei Spielen war der TTC Indeland nah am Ausgleich, also einem 2:2, und hätte dann im Abschlussdoppel eine Siegchance gehabt. Aber in allen Fällen setzten sich die Gegner im vierten Einzel knapp, aber doch durch. Arnold Beginn und Präsident Mike Küven sind optimistisch, dass vor allem ihre beiden jungen Spieler Klein und Allegro spätestens in der Rückrunde ihre Auftakterfahrungen dann zu nutzen wissen und sich auch durchsetzen.

Präsident Mike Küven und Ehrenpräsident Arnold Beginn bereiten sich schon auf die nächste Erstliga-Saison vor. Foto: Volker Uerlings

Beide hatten nicht viel Zeit, ihre Erstliga-Mannschaft zusammenzustellen, eigentlich nur Tage, denn der Aufstieg hing ja am seidenen Faden. Am 15. April pendelte Jülich vor dem letzten Zweitligaspiel gegen Frickenhausen II zwischen drei Klassen. Bei einer Niederlage und ohne „Schützenhilfe“ anderer Teams wäre sogar ein Abstieg in die 3. Liga möglich gewesen. Aber der TTC siegt und bekam die benötigte Hilfe. „Da waren die meisten Wechsel in den beiden oberen Ligen schon getätigt“, erinnert sich Arnold Beginn. Mit Martin Allegro und Robin Devos gab es zwei Akteure, die für beide Klassen zur Verfügung standen. Mit Dennis Klein aus der Talentschmiede des 1. FC Saarbrücken TT kam ein deutscher Perspektivspieler dazu.

Auch als Schlusslicht muss der TTC Indeland Jülich einen Abstieg kaum fürchten. Die TTBL hat zwölf Plätze und elf Mannschaften. Sprich: Ein Platz für einen Aufsteiger ist ohnehin noch frei. Einen solchen haben allerdings die meisten Zweitligisten nicht im Sinn. Sollten doch zwei Mannschaften in die 1. Liga oben wollen, sieht das Regelwerk nun vor, dass es sich um die beiden Erstplatzierten handeln muss. Das ist das einzig mögliche Abstiegsszenario für Jülich.

Insofern bereiten sich die TTC-Köpfe auf eine weitere Saison in der TTBL vor, personelle Veränderungen kann es geben. Möglicherweise bekommt der Klub die Chance, nicht nur mit dem Partnerverein Saarbrücken (gleicher Ausrüster), sondern auch mit Borussia Düsseldorf zu kooperieren. In beiden Leistungszentren gibt es hochtalentierte Spieler. Auf jeden Fall muss der Klub laut Präsident Mike Küven nicht nur die Grundvoraussetzungen für den Spielbetrieb in der 1. Bundesliga erfüllen, sondern perspektivisch auch einen „Masterplan“ der Liga, der jedes Jahr einen weitere Schritt zur Professionalisierung beinhaltet. Beim Klassenerhalt muss Jülich für die Saison 2019/20 einen Spezialtisch (“Show-Court“) anschaffen und in drei Jahren eine Geschäftsstelle mit einem Ansprechpartner aufbauen, der 40 Stunden die Woche erreichbar ist.

Das alles kostet eine Menge Geld. Einige Verhandlungen mit Sponsoren seien vielversprechend verlaufen, aber das reiche noch nicht, sagen Arnold Beginn und der Präsident. Mit seinen Verpflichtungen innerhalb der Jugend- und Amateurabteilung komme Mike Küven sicher auf mehr als einen Fulltime-Job, sagt der Ehrenpräsident, der nach seiner Erkrankung einen tatkräftigen Partner an seiner Seite weiß.

Und manche Aufgabe hatte nicht nur in Jülich niemand auf dem Schirm. Durch den Brexit Großbritanniens kann die Vorschaltgesellschaft wohl nicht bleiben: eine im Königreich notierte Limited. Statt dessen muss eine neue GmbH gegründet werden, für die der Verein noch weitere Partner sucht. Arnold Beginn bleibt natürlich dabei.

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