Tischtennis: TTC Indeland Jülich ist gekommen, um zu bleiben

Vor dem Start in die Tischtennis-Bundesliga : TTC Indeland ist gekommen, um zu bleiben

Die zweite Saison nach der Rückkehr in die erste Tischtennis-Bundesliga wird für den TTC Indeland Jülich wieder ein Sprung ins kalte Wasser. „An der Ausgangslage hat sich nichts geändert: Wir sind das Team mit dem geringsten Etat in der Bundesliga“, sagt TTC-Präsident Mike Küven.

Zum ersten Mal springen die Jülicher am Sonntag auswärts bei Werder Bremen. Um 15 Uhr beginnt des Abenteuers zweiter Teil mit dem ersten Aufschlag.

Ein Abenteuer ja, aber eines, das von Dauer sein soll. Die Zielvorgabe, die Arnold Beginn ausgegeben hat, die graue Eminenz und Boss der Jülicher Tischtennis GmbH, lautet, dauerhaft wieder erste Liga zu spielen. In der vergangenen Saison war das mit wenig Risiko behaftet. Weil die Bundesliga aufgestockt wurde und gleichzeitig das Interesse der Zweitligisten an einem Aufstieg gering war, mussten auch die sieglosen Jülicher nicht runter. „Ein paar Siege – das wäre schon wünschenswert“, sagt Küven jetzt. Aber selbst wenn nicht: Möglicherweise will im Frühjahr wieder kein Zweitligist hoch und Jülich bliebe erstklassig, auch wenn die sportliche Qualifikation nicht klappen sollte. „Und selbst wenn wir absteigen sollten: Arnold hat sich klar positioniert und gesagt, dass wir die Mannschaft dann so stark aufstellen, dass wir direkt wieder aufsteigen.“ Also kein Abenteuer Bundesliga, so wie es vor einem Jahr zwischen den Zeilen zu lesen war. Jülich ist gekommen, um zu bleiben.

Lerneffekt tritt ein

Wenn nicht jetzt, wann dann? – so lautet ein anderes TTC-Motto. „Keiner aus dem heutigen Führungsteam hatte vor der vergangenen Saison Bundesliga-Erfahrung“, sagt Küven. „Aber jetzt haben wir Gelegenheit, von Arnold Beginns enormen Erfahrungsschatz zu lernen.“ Der Lerneffekt ist schon eingetreten. Zur neuen Saison zahlt Jülich weniger Strafe, weil es Punkte aus einem Katalog an Anforderungen nicht erfüllt. 2000 Euro waren es in der vergangenen Saison, 1000 sind es jetzt. Einige der Anforderungen: Wenigstens einen deutschen U23-Nationalspieler als Stammspieler in der Bundesliga einsetzen, Minimeisterschaften für Kinder ausrichten, mindestens drei Nachwuchsteams im Spielbetrieb haben, wenigstens zwei Lizenztrainer für den Jugendbereich und eine Stelle für einen Bundesfreiwilligendienstler.

Mike Küven, Präsident des TTC Indeland Jülich. Foto: Guido Jansen

Jülich erfüllt das alles, nur die ständige Trainingsgruppe für U23-Spieler fehlt. „Mit Grünwettersbach gibt es nur einen Erstligisten, der ohne Auflagen startet“, sagt Küven und deutet an, dass nicht erfüllte Auflagen keine Ausnahme sind. „Dass der Deutsche Tischtennis Bund auf diese Auflagen drängt, um den deutschen Nachwuchs in der Bundesliga zu stärken, ist absolut richtig“, schildert der Präsident seine Sichtweise. Dahinter verbirgt sich der wohl größte Traum der Jülicher Macher: Irgendwann mal ein Talent aus eigenen Reihen in die Bundesliga bringen. Bisher ist das nicht in Sicht.

Aber vielleicht irgendwann, wenn sich die Minimeisterschaften und vielen Kooperationen mit den Jülicher Schulen auszahlen: mit der Schirmerschule, der Katholischen Grundschule, der OGS Koslar, der Nordschule und dem Gymnasium Zitadelle. „Wir sind bei unseren ersten Minimeisterschaften völlig überrannt worden“, berichtet Küven von der überraschend hohen Zahl von über 100 Kindern, die vor der Hallentüre standen.

Ende 2018 wurde der Wettkampf für Kinder auf fünf Tage aufgeteilt: 145 Teilnehmer, so viele wie bei keinem anderem Verein in NRW. Aktuell stammen 60 Prozent der Spieler in den sechs Herrenteams und der einen Damenmannschaft aus dem eigenen Nachwuchs. 50 Kinder und Jugendliche trainieren regelmäßig. Darauf sind sie stolz beim TTC Indeland Jülich.

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