"Theaterlust" Lich-Steinstraß führt Komödie „Die Blaue Maus“ auf

Theaterstück : Ein Mordsspaß mit der „Theaterlust“

Einen Mordsspaß hatten die Zuschauer im vollbesetzten Saal des Andreashauses bei der Premiere zum 12. urkomischen Spektakel der „Theaterlust“ des Heimatvereins Lich-Steinstraß. Unter Regie von Heike Hilger führten zwölf Akteure die Komödie „Die Blaue Maus“ von Hugo Wiener nach einem Schwank von Carl Laufs und Curt Kraatz auf.

Wie bei der „Theaterlust“ üblich, wurde das Stück „ein bisschen umgeschrieben“. Die Jugendstilkomödie mit ihren hochtrabenden moralischen Ansprüchen aus den 20er Jahren wurde ins Jülich der 50er Jahre verlegt, wo es immer noch galt, den äußeren Schein zu wahren. So stammten die Protagonisten aus der Familie Knipprath, im Haus Hesselmann wurden „ein paar Bierchen gezischt“, ferner zählten die „Artusritter“ zur „Burg Juliacum“. Jener Männerbund entpuppte sich als roter Faden der Handlung, bot er doch Jungunternehmer Martin Jacobs (Julian Schmitz) aus Jülich und Schwiegervater Leo Knipprath (Hans Dieter Emunds) aus Neuss ein stetes Alibi, in Wirklichkeit im Nachtclub „Blaue Maus“ einzukehren.

Knipprath war sogar als „Großer Drache von Neuss“ der Stolz seiner ganzen Familie. Gattin Karoline (Rita Hamacher), der in Wirklichkeit die Bezeichnung „Drache“ besser zu Gesicht stand, hatte sich „gewünscht“, dass Schwiegersohn Martin ebenfalls zum Artusritter avancierte, einziger Garant dafür, dass sich die Männer nicht in zwielichtigen Lokalen herumtreiben. Letzterer hatte es vor lauter Feiern bis in die Morgenstunden schlicht vergessen, die Eintrittsprüfungen abzulegen, während seine Frau Luise (Anna Geiger) mit ihrer Familie am Gardasee weilte. Wegen der Mitteilsamkeit der besonders schlagfertigen Haushälterin Kathi (Petra Brand) behauptete er aber, bereits Artusritter zu sein.

Zudem spornten 100.000 DM aus dem Portemonnaie des Schwiegervaters für den Firmenumbau zu Verschleierungsmaßnahmen an. Mit Rat und Tat behilflich war ihm dabei sein Freund Paul Kleefisch (Markus Heinrichs), der sich schließlich auch nicht scheute, für seine Rolle in Frauenkleider zu schlüpfen. Für weitere Aufregung sorgte Berta Walterscheid (Heike Hilger), eine illustre Dame der Nacht aus der „Blauen Maus“, die immer wieder im Hause Jacobs/Knipprath auftauchte und im Verlauf der Tarnungsversuche schließlich in „holde Burgfrau Lanzelotti“ unbenannt wurde. Für Verwicklungen sorgten auch Architekt und Artusritter Ernst Hasenfeld (Ferdi Wagemann), der in Karolas Schwester, Fräulein Ilse (Andrea Heinrichs) verliebt war, und Alfred Schmitz (Hans Nehr), der sich für die Ritterprüfung bewarb. Zur Krönung des köstlichen Durcheinanders tauchten schließlich Knippraths vermeintlich uneheliche Tochter Paula und deren angebliche Mutter Melitta Schmitz (Sandra Peters) auf, die vor vielen Jahren mit einem Abschiedsbrief vor ihrem angeblichen Suizid für einige Aufregung gesorgt hatte. Auch die sich anbahnende verbotene Liebe zwischen Gerda Knipprath (Yasmin Hilger) und „Paula“ Kleefisch (Markus Heinrichs) erzeugte Spannung.

Die überraschende Auflösung der Verwicklungen stammte aus eigener Feder des Theaterensembles. Das begeisterte Publikum belohnte mit stets wiederkehrenden Lachkrämpfen und stehenden Ovationen das Team der „Theaterlust“ auf und hinter der Bühne.

(ptj)