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Amtsgericht Jülich: Termine für Kirchenaustritte kann man bald auch online buchen

Amtsgericht Jülich : Termine für Kirchenaustritte kann man bald auch online buchen

Auch in Jülich und Umgebung ist die Zahl die Kirchenaustritte stark gestiegen. Wegen des erhöhten Aufwands bietet das Amtsgericht die Terminvergabe nun auch online an.

Egal, ob man die Kirche nach den öffentlich gewordenen Skandalen nicht mehr unterstützen möchte, den Betrag, der monatlich für die Kirchensteuer vom Gehalt abgezogen wird, anderweitig verwenden will oder muss, oder ob man mit der Kirche einfach nichts mehr am Hut hat: Landauf, landab ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Kirchenaustritte gestiegen. Die evangelische Kirche ist ähnlich stark betroffen wie die katholische.

Die Amtsgerichte, bei denen der Austritt persönlich beantragt werden muss, sind extrem ausgelastet. Das Amtsgericht Jülich bildet da keine Ausnahme. Die zuständige Sachbearbeiterin hat im vergangenen Jahr 827 Fälle bearbeitet. (Im Zuständigkeitsbereich leben knapp 90.000 Menschen, zum Vergleich wurden im gleichen Jahr 1478 Austritte beim Amtsgericht Düren beantragt, das für etwa 162.000 Menschen zuständig ist.) In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es bereits 806, wie Gerichtsdirektor Norbert Hillmann auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. 2020 waren es konfessionsübergreifend noch 499 Austritte gewesen.

Während die Terminvergabe bei den Amtsgerichten Aachen und Düren schon länger online abgewickelt wird, war es in Jülich und Umgebung – das Amtsgericht ist neben der Stadt Jülich für Linnich, Inden, Aldenhoven, Titz und Niederzier zuständig – bislang nur möglich, telefonisch einen Termin zu vereinbaren. So habe man von vorneherein Irrtümer aus dem Weg räumen können und beispielsweise klären, ob die Anrufer beim für ihre Kommune zuständigen Gericht gelandet waren, erklärt Hillmann. „Das ist mittlerweile aber zu aufwendig geworden“, sagt er.

Wer nun also die Online-Terminbuchung der NRW-Justiz im Internet unter https://justiztermine.nrw.de/ aufruft, hat die Möglichkeit, das Amtsgericht Jülich anzuwählen. Scharfgeschaltet ist die Terminbuchung allerdings noch nicht. Das soll jetzt schnellstmöglich passieren, sagt Hillmann, bestenfalls im Laufe der kommenden Woche. Aktuell sind aber ohnehin alle Termine bis Ende des Jahres ausgebucht. Zum 1. Dezember werden die nächsten Termine freigeschaltet.

In der Regel vergeben die NRW-Amtsgerichte ab dem Ersten eines Monats die Termine für den übernächsten Monat. Wegen des Wechsels auf das Online-System sind in Jülich aber auch noch Termine im Januar zu vergeben.

(kt)