Jülich: Tausende beim Jülicher Weinsommer

Jülich: Tausende beim Jülicher Weinsommer

Petrus muss ein Weinliebhaber sein. Dies jedenfalls mutmaßten die Besucher des Jülicher Wein-Sommers. Pünktlich mit der Eröffnung herrschte auf dem Schlossplatz Sonnenschein. Und dies durchgehend bis zum Sonntagabend, als sich der Tross der 13 Winzer aus Rheinland-Pfalz auf die Heimreise machte.

Sie waren sehr zufrieden mit dem Verlauf und dem Versprechen, im kommenden Jahr wieder dabei zu sein.

Hat man die Schallmauer von 10.000 Besucher durchbrochen? Diese Frage kann nicht genau beantwortet werden. Fakt ist jedoch, dass gerade der Freitagabend mit seinen lauschigen Temperaturen bis weit nach Mitternacht zu den Publikumsmagneten gehörte. „Gegen 20 Uhr waren über 5000 Besucher hier“, berichtete der Winzer Volker Schäfer als Sprecher seiner Kollegen bei der Lagebesprechung am Sonntagmorgen.

Dass nach dieser ersten Zählung sicherlich noch einige Hundert Gäste dazustießen, bemerkten die Standbetreiber an dem später einsetzenden Gedränge. „Es wurde aus der dritten Reihe heraus geordert“, stellte Schäfer fest, der nicht der einzige Winzer war, der am Samstag in der Früh Nachschub auf seinem Weingut in Mettenheim anforderte und holen ließ.

Pünktlich zur Wiedereröffnung am Samstag waren die ausgegangenen Raritäten und Weine von Nahe, Mosel, Pfalz und Rheinhessen dann wieder in den Kühltheken. Denn, und dies wurde in diesem Jahr beim 16. Weinfest registriert, war am vorletzten Tag die „ältere“ Generation plus 50 vertreten. „Es waren viele Stammkunden da“, berichtet auch Bodo Eger, der ebenfalls von einem gelungenen Event sprach. „Vor allen Dingen die Jugend macht einem Freude, so viele junge Menschen sieht man ansonsten auf der gesamten Weintour nicht“, ergänzt Schäfer zum Klientel am Freitagabend.

Was er und seine Kollegen besonders hervorhoben war das Erscheinungsbild und Auftreten der Weinliebhaber. „Wir hatten keinerlei Pro­bleme.“ Gab es am Samstagabend eine kleine Rangelei — die war in wenigen Minuten von anderen Besuchern geschlichtet — verlief das viertägige Spektakel völlig problemlos. Die Verköstigung an allen 13 Weinständen war hervorragend, die weinspezifischen Genüsse mittels Brezeln, Flammkuchen oder geräuchertem Lachs war zur vollsten Zufriedenheit der Besucher. Diese mussten, waren sie weiblichen Geschlechts, lediglich beim Gang zur Toilette teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

„Das war leider wieder ein kleines Ärgernis“, zeigte Volker Schäfer für den einen oder anderen Unmut Verständnis. So wurde dieses Problem wieder bei der Manöverkritik festgehalten. Dass angesichts des sehr guten Wetters besonders der Sonntagabend von vielen Gästen auf ausgebreiteten Decken auf dem Rasen des Schlossplatzes verbracht wurde, entzerrte etwas das Gedränge vor den Winzerständen.

Decken ausgebreitet

„Die Leute haben ihre Decken ausgebreitet, hatten Weinkühler dabei, die entsprechende Verpflegung, die Getränke kamen dann von uns Winzern“, zeigten diese sich laut Schäfer äußerst angetan von diesem Gebaren, das sich vereinzelt schon am Eröffnungstag zeigte, als die kleinen Besucher die aufgehängten Hängematten inmitten des Schlossplatzes in Anspruch nahmen, die Eltern es sich in unmittelbarer Nähe ihrer Sprösslingen auf mitgebrachten Decken gemütlich machten. Dabei genossen die den Winzersekt, der traditionell aus einer Sechs-Literflasche Methusalem floss, persönlich vom Schirmherrn — in diesem Jahr vom stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Gunia — kostenlos ausgeschenkt wurde. Doch zuvor musste er wirklich „arbeiten“.

„So etwas habe ich auch noch nie erlebt“, meinte Andrea Engelmann vom Organisationsteam und Moderatorin der Eröffnung. Es bedurfte gemeinsamer Kräfte, ehe der Korken „fluppte“, der Sekt floss. Zuvor hatten Gunia und Weinprinzessin Tina Lützler in lockerer Plauderrunde Fragen rund um den Wein beantwortet. Als Gunia auf entsprechende Fragen der Moderatorin die Jülicher als feierfreudig, gesellig und tolerant umschrieb, meinte die Weinprinzessin, diese Attribute mit dem heurigen Winzersekt und dem klassischen Riesling zu umschreiben. Sie sollte Recht behalten, denn gerade diese beiden „Tropfen“ erwiesen sich als Renner beim 16. Wein-Sommer in der Herzogstadt.

(hfs.)
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