Dürboslar: Synthie-Pop und Military Body Music spielen im Rockheaven

Dürboslar : Synthie-Pop und Military Body Music spielen im Rockheaven

Das neue Musikprojekt Rockheaven in Dürboslar ist aus der Sommerpause zurück und startete mit zwei Bands aus den Musikrichtungen Synthie-Pop und Military Body Music, die das erste Mal in unserer Region zu hören waren.

Eröffnet wurde das Konzert von „Sonorus7“ aus Leipzig. Dabei waren Clodi Korzin und Liss Eulenherz die Stimmen der Band. Auf einer Empore stand Daniel Korzin am Keyboard, dessen Töne mit weiterem Rhythmus vom Band die Musik komplettierte.

Die recht junge Band, die im Rockheaven ihren dritten Auftritt hatte, zeigte eine Bühnenshow, bei der die Lichteffekte und die Kostüme der Gruppe, die ebenfalls leuchteten, eine wichtige Rolle spielten.

„Das ist für uns ganz wichtig“, sagte Clodi Korzin zu dem Konzert ihrer Band und weiter: „Musik ist nicht nur Audio, sondern auch Bildliches. Alles ist Ausdruck und alles, was wir auf der Bühne zeigen, hat einen Sinn.“

Die Gruppe steht vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Acid Pops“, das nach eigener Aussage im Januar erscheinen wird.

Weltschmerzsong

Unter anderem präsentierte die Gruppe neben ihrem Titel „Where are you now“ ihren Song „Observer of Divide“. „Das ist ein Weltschmerzsong. Es geht um eigene persönliche Abgründe, die man selber lösen muss. Man muss sich seinen eigenen Weg selbst erkämpfen“, sagte Liss Eulenherz.

Während des Auftritts tanzten oder klatschten die ersten Zuschauer zur Musik mit.

Zur Art der Musik und der dazugehörigen Szene, aus der auch die meisten Zuschauer stammten, die Eulenherz zum Gothic zählt, sagte sie: „Das ist eine Liebe für die morbide Sache“, und ihre Bandkollegin Korzin fügte hinzu: „Man muss sagen, dass es die wertschätzendste Szene aller Kunst gegenüber ist.“

„Sonorus7“ übergab die Bühne „ES23“. Der Macher der Gruppe, Daniel Pad, wollte sich nach seinem Auftritt nicht gegenüber unserer Zeitung äußern.

Der Headliner, das Trio „evo-lution“ aus Herford, zeigte Military Body Music. „Rockheaven“ besuchten sie im Rahmen ihrer „N.A.V.Y.G.A.T.O.R Tour Part II“, bei der sie ihr gleichnamiges Album bei den Konzerten vorstellen.

Mit ihrer schwarzen, am Militär orientierten Kleidung überwogen auch bei dieser Band düstere Töne. Dabei wurde die Musik immer wieder durch Marschtakte durchzogen. „Unsere Musik ist nicht direkt in eine Schublade zu stecken“, erklärte Micha Meyer, der bei „evo-lution“ am Schlagzeug sitzt und die Bassgitarre spielt. Der Sänger der Band, Klaus Schwarz, versuchte dennoch eine Einordnung: „Ich sage gerne, dass sich unsere Musik irgendwo zwischen Depeche Mode und Rammstein bewegt.“

„evo-lution“ produziert Titel auf Englisch und Deutsch und spielte während des Konzerts eigene Stücke, hatte aber auch einige Coverversionen im Gepäck.

Aus eigener Feder stammten unter anderem „Looking forward“ und „Damned of the Dead“. „Der Titel handelt von der Auswirkung des Krieges auf Soldaten, die verrohen und dann durch psychische Probleme zu bloßen Seelenwandlern werden“, erläuterte Heiko Lachmann (Gitarre, Sythesizer, Hintergrundgesang).

Ein Highlight war ein Cover von „The Great Commandment“ von „Camouflage“, bei dem „evo-lution“ und „Sonorus7“ zusammen auf der Bühne standen. Das Publikum, das mehrheitlich während des gesamten Gigs mittanzte, quittierte den Auftritt mit reichlich Beifall.

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