1. Lokales
  2. Jülich

Jülich: Sympathischer Allrounder: Ralf Cober im Portrait

Jülich : Sympathischer Allrounder: Ralf Cober im Portrait

Sein Gebiet ist groß - und das gilt nicht nur geografisch: Ralf Cober ist Gemeindereferent in den Jülicher Ortschaften Broich, Selgersdorf, Krauthausen, Bourheim, Koslar und Kirchberg und seit Februar auch als Altenseelsorger in der gesamten Region Düren unterwegs.

Ein freundliches, offenes Lächeln setzt Signale: Das Gegenüber ist willkommen und wird mit einer erfrischenden Portion Neugier erwartet. Ralf Cober vermittelt in seiner - trotz weißer Haaren - jungenhaften Art etwas ungeheuer Gewinnendes.

Im Plauderton überzeugt er die Kellnerin, ihm Kaffee mit Kakao und Sahne zu mixen. Das steht zwar nicht auf der Karte, aber wenig später vor einem zufrieden rührenden Gemeindereferenten.

Quereinsteiger

Hier sitzt einer, der es „mit Menschen kann”: Verbindlich und entgegenkommend, zielsicher seine Ideen verfolgend, aber immer auf Konsenz und Kompromisse bedacht.

Ein Potpourri von Fähig- und Fertigkeiten, die ihm sicher in seiner inzwischen über 20-jährigen Arbeit für das Bistum Aachen gute Dienste geleistet hat. Ursprünglich wollte Ralf Cober Lehrer werden, kam aber direkt nach seiner Zeit als Lehramtsanwärter als Quereinsteiger in die Gemeindearbeit.

Nach seiner Assistenszeit in Niederzier und Oberzier kehrte der Jülicher 1992 in seine Geburtsstadt zurück.

Bis er in seinen jetzigen Amtsbereich wechselte, war Ralf Cober acht Jahre lang beruflich in der Pfarre St. Rochus in Jülich, dann in den Gemeinden Broich, Welldorf und Stetternich beheimatet. In die Weggemeinschaft Jülich Süd-West muss er sich erst einarbeiten.

Seit knapp vier Monaten ist der 50-jährige neben Pfarrer Dr. Peter Jöcken pastoraler Ansprechpartner in Selgersdorf, Krauthausen, Bourheim, Koslar und Kirchberg. „Wir sind noch bei der Erkundung der Bedürfnisse”, schmunzelt der Gemeindereferent bei der Frage nach Projekten.

Neben der Mitarbeit in den Pfarrgemeinderäten und Begleitung von Sachausschüssen hat er als erste Aktivität „dafür gesorgt, dass sich Lektoren in einem Kurs zu Wortgottesdienstleitern ausbilden lassen”.

Abseits der Messen gewinnt der Wortgottesdienst nach Ansicht von Ralf Cober im Zuge der Veränderungen in der Kirche immer mehr an Bedeutung - gerade in Zeiten der abnehmenden Zahl von Priestern.

Zu deren Entlastung ist der Gemeindereferent nämlich ebenfalls da. Es gilt für Ralf Cober, Katecheten und Firmlinge zu begleiten, Gottesdienste und Katechesen vorzubereiten und umzusetzen, sich um die Senioren der Pfarren zu kümmern und Kontakte zur Grundschule Koslar zu knüpfen.

Inzwischen ist der Beerdigungsdienst hinzu gekommen. Dabei formuliert der gebürtige Jülicher sein Credo deutlich: „Ich bin kein Allesmacher - ich bin Ansprechpartner, der sein Know How einbringt und praktische Unterstützung leistet.”

Das kommt seit zwölf Jahren auch dem regionalen Arbeitskreis „Offene Altenarbeit” zugute. So lange ist der Gemeindereferent in diesem Gremium Mitglied und hat seit Februar auch mit der Aufgabe des Altenseelsorgers in der Region die Federführung übernommen. „Es ist für Menschen da, die mit alten Menschen arbeiten.

„Meist sind es Ehrenämtler, die herkommen, um sich Handwerkszeug zu holen”, erklärt Cober. Schließlich gehe es um mehr, als Senioren zum Kaffeetrinken zusammen zu bringen, denn: „Alte sind an allem interessiert, wofür sich auch Jüngere interessieren.”

Regelmäßig wird ein Bildungsangebot erarbeitet, dass sich von Frühstücksangeboten ab 55 - „zum Hineinwachsen ins Alter” - über kulturelle und religiöse Veranstaltungen bis zu Freizeitfahrten erstreckt. Zehn Prozent seiner Arbeitszeit ist für diese Aufgabe vom Bistum reserviert - viel zu wenig, wie Cober achselzuckend hinnimmt und das Beste daraus macht. „Altenseelsorger - das ist Auslegungssache von dem, der die Aufgabe ausfüllt und hängt auch von denen ab, die mit ihm zusammen arbeiten.”

Bestens gerüstet ist der studierte Religionspädagoge für diese Aufgabe: Seit 17 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Altenarbeit und hat seither viele Fortbildungen absolviert, alleine zwei Jahre bei Hannelore Görtzen als einstige hauptamtliche Kraft im regionalen Arbeitskreis „Offene Altenarbeit”.

Neben den Fortbildungen für Ehrenamtler bleibt Ralf Cober aber stets auf Tuchfühlung mit den alten Menschen selbst: Zweimal in der Woche besucht er die Seniorenwohnanlage „An der Zitadelle” in Jülich, hält Wortgottesdienste, bietet Gesprächskreise an und spricht mit den Bewohnern, Angehörigen und dem Personal.

Apropos: Alte? - Warum nicht Senioren? „Alt ist doch kein Schimpfwort, ich halte von Etikettenschwindel nichts”, erklärt Ralf Cober aufgeräumt.