Jülich: Studienreise: Den Kosmos Weimar im goldenen Oktober erleben

Jülich: Studienreise: Den Kosmos Weimar im goldenen Oktober erleben

Weimar — das heißt in malerischer Landschaft einem kulturellen Erbe mit freiem, offenem und forschendem Geist zu begegnen. Im goldenen Oktober nach Weimar, das bedeutet Eintauchen in eine einzigartige Welt von Kunst und Kultur, aber auch sattes Wahrnehmen schönster Landschaftsbilder.

Im Rahmen der Studienreise stehen zwei Weimarer Persönlichkeiten in ihren jeweiligen Epochen und mit ihrer Wirkungsgeschichte im Vordergrund: Johann Wolfgang von Goethe und Henry van de Velde.

Das Schaffen und die Weltoffenheit eines Johann Wolfgang von Goethe mit seinem phänomenalen Werk interessiert dabei ebenso wie das innovative Schaffen des belgischen Architekten und Designers Henry van de Velde.

In Thüringen hinterließ das „europäische Ereignis“, wie van de Velde genannt wurde, bedeutende Spuren. Im Rahmen dieser Studienreise wird die kulturelle Blüte des 18. und frühen 19. Jahrhundert mit Goethe und seinem Umfeld im Mittelpunkt stehen und das frühe 20. Jahrhundert mit den wegbereitenden Ideen des belgischen Künstlers Henry van de Velde hin zum „Bauhaus“.

Warum immer wieder Goethe? Erst seit einem Jahr hat das Goethe-Nationalmuseum in Weimar mit der Dauerausstellung „Lebensfluten — Tatensturm“ wieder geöffnet. Goethe ist und bleibt aktuell. Das zeigt auch diese Ausstellung. Sie bietet einen Zugang zu den sozio-kulturellen Diskursen um 1800 und einen Brückenschlag zu Themen der heutigen Zeit.

Neben dem Nationalmuseum soll Goethes Lebenswelt auch an anderen Orten in Weimar und in den umgebenden Ländereien, Park- und Schlossanlagen entdeckt werden — etwa in den Schlössern und Parkanlagen Tiefurt, Ettersburg und Kochberg.

Diese Studienreise ist im Rahmen des Jahresthemas der Evangelischen Erwachsenenbildung „Alle Achtung — Toleranz leben“ zu sehen.

Goethes Menschenbild, sein ausgeprägtes Interesse an der Begegnung mit anderen Kulturen und sein kosmopolitisches Verständnis bieten ein spannendes Auseinandersetzungsfeld, meint die Leiterin der Erwachsenenbildung, Elke Bennetreu, die diese Reise auch begleiten wird.

Beeindruckend wie er sich im Alter in seinem West-östlichen Divan der Kultur und Literatur des Orients zuwandte und in Hafis einen imaginären Partner und Seelenfreund fand.

Und warum van de Velde? Einige Generationen später wird der belgische Künstler Weimar und Thüringen einen ganz neuen modernen Schub geben. Hier die klassischen Spuren Weimars, dort die modernen auf dem Weg zum Bauhaus. Wegbereitend war van de Veldes Wirken.

In den Umbruchjahren ab 1895 blickte das an der Kunst interessierte Europa mit Begeisterung auf einen Flamen, der wie kein anderer fähig schien, mit Wort und Tat das Tor zur Moderne aufzustoßen: auf Henry van de Velde.

Seine Spuren führen in Weimar zum „Haus Hohe Pappeln“, zur „Villa Silberblick“, in dem Friedrich Nietzsche die letzten Jahre seines Lebens verbrachte und schließlich zum Bauhaus-Museum.

Bis 1925 hatte das Bauhaus in Weimar seine Wirkungsstätte — mit Henry van de Velde und ab 1919 mit Walter Gropius als lehrende Kräfte.

Diese sechstägige Studienreise wird vom 6. Oktober bis zum 11. Oktober 2013 angeboten. Die Anreise ist im komfortablen Reisebus vorgesehen. Übernachtet wird im Leonardo Hotel, das u. a. über ein Schwimmbad und eine Sauna verfügt.

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