Jülich: „Strings Are Changing“: Vollblutmusiker mit Spaß und Virtuosität

Jülich: „Strings Are Changing“: Vollblutmusiker mit Spaß und Virtuosität

„Es kann viel passieren, und es gibt immer wieder Überraschungen, nicht nur für uns, sondern auch für das Publikum“,sagte Sebastian Reimann vor dem Konzert des Trios „Strings Are Changing“ im Bonhoeffer Haus in Jülich.

So erlebte das begeisterte Publikum drei Grenzgänger, die irgendwo zwischen Folk, Wordjazz und Bluegrass ihre musikalischen Pfade ausloten. Sebastian Reimann (Geige, Bratsche, Strohgeige), Hajo Hintzen (Gitarren), Dieter Ogrzewalla (Piano, Keyboard) lieben den Groove und das Überraschungsmoment in ihrer Musik, die von vielen Elementen geprägt ist und in keine Schublade passt. Da wird auch mal die Gitarre oder die Geige zum Perkussion-Instrument. „Wir machen Dinge, die man sonst nicht auf einem Seiteninstrument macht. Aber keine Angst, bis jetzt ist noch nichts kaputt gegangen“, erklärte Reimann dem Publikum.

Voller Ideenreichtum

Überhaupt ging es zwischen den Stücken sehr witzig zu. Ihr Ideenreichtum und ihre herausragenden Arrangements verzauberte das Publikum vom ersten Titel „New Country“ von Jean Luc Ponty bis zur Zugabe „Englishman In New York“ von Sting. Dazwischen lagen musikalische Perlen wie Andy Novels „Oz“, Egberto Gismonti „Água e Vinho“ oder „Blue Rondo a la Turk“, eine musikalische Verneigung vor den „vier Großen Bs — Bach, Beethoven, Brubeck und Bernstein“.

Die Leichtigkeit, Virtuosität und Qualität des Trios ist außergewöhnlich, jeder ist ein absoluter Könner. Ihrem Namen „Seitenwechsel“, wurden die Drei mit ihrem tollen Programm gerecht. „Wir sind zufällig auf einem Dozentenkonzert an der Musikschule Niederzier als Trio zusammengekommen und haben gespielt, was uns Spaß macht“, erklärten die drei Musiker, die nun schon seit 18 Jahre zusammen spielen und bis heute nichts von ihrer Freude an der Musik eingebüßt haben. Das konnte das Publikum des Konzerts, das der Jülicher Jazzclub präsentiert, förmlich deutlich spüren.

(Kr.)