Streit um Gesamtschulaufteilung in Aldenhoven

Schulpolitik in Aldenhoven : Beschluss der Bezirksregierung sorgt für Aufregung im Streit um Gesamtschulaufteilung

Der Schulzweckverband fasst den Beschluss, die achte Klasse der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich dauerhaft in Linnich zu errichten. Und bei der Bezirksregierung gibt es ein Missverständnis. Beides versetzte weite Teile des Aldenhovener Gemeinderates in Wut.

Die Gesamtschule Aldenhoven-Linnich (GAL) und insbesondere die Beschulung der achten Klasse bleibt ein Dauerbrenner im Aldenhovener Gemeinderat. Das war bei der jüngsten Sitzung nicht anders, zumal ein Bescheid der Kölner Bezirksregierung am Vortag der Sitzung für zusätzliche Aufregung gesorgt hatte.

Bei der vergangenen Sitzung des Schulzweckverbandes Aldenhoven-Linnich, der Träger der GAL ist, hatte es zwei Kampfabstimmungen gegeben: Den Antrag des Aldenhovener Ratsherrn Dieter Froning, eine Beschulung der achten Klasse für weitere zwei Jahre in Linnich zu beschließen, lehnte das Gremium mit 6:5-Stimmen ab. Mit dem gleichen Ergebnis wurde anschließend der Antrag der Schulkonferenz der GAL angenommen, die sich für eine dauerhafte Beschulung der Klasse 8 am Standort Linnich einsetzt. In Aldenhoven solle in die Renovierung und Verbesserung der Gebäude sowie die Ausstattung investiert werden. Die Jahrgangsaufteilung einschließlich des pädagogischen Konzepts der GAL solle zudem der Schulaufsicht bei der Bezirksregierung in Köln zur rechtlichen Prüfung vorgelegt werden.

Eine Mitteilung der Bezirksregierung, die einen Tag vor der jüngsten Ratssitzung in Aldenhoven einging, brachte den versammelten Gemeinderat auf die Palme. Bürgermeister Ralf Claßen berichtete, dass die Sachbearbeiterin in Köln den Prüfungsauftrag des Zweckverbandes offenbar fälschlich als Antrag interpretiert habe, denn auf Nachfrage habe diese gestanden, mit ihrem Bescheid wohl über das Ziel hinausgeschossen zu sein. Darin ist zu lesen, dass beim Zweckverband keine Satzungsänderung notwendig sei und dem Plan zugestimmt werde, die Stufe acht dauerhaft in Linnich zu unterrichten.

Bescheid soll zurückgeholt werden

„Wir werden heute handeln“, machte CDU-Sprecher Georg Krapp, selbst Rechtsanwalt, auf die rechtliche Tragweite des Bescheides aufmerksam, der konträr zu dem stehe, was der Aldenhovener Gemeinderat will und bisher immer vertreten hat. Er hält es für ein starkes Stück, dass eine Schulkonferenz über den Zweckverband gegen den eindeutigen Willen einer Partnerkommune entscheide. „Das Kind ist in den Brunnen gefallen und ersoffen“, wählte Krapp drastische Worte, um die Situation zu illustrieren. Da der Bescheid ab sofort gelte, sei zu prüfen, ob Rechtsmittel dagegen möglich seien. Zudem sprach sich Krapp dafür aus, eine Kanzlei zu beauftragen, die im Verwaltungsrecht bewandert ist. Diesen Antrag verabschiedete der Gemeinderat einstimmig.

Eine andere Möglichkeit, den Bescheid zurückzuholen, wird darin gesehen, in der nächsten Zusammenkunft der Zweckverbandsversammlung einen erneuten Beschluss zu fassen, der die alte Aufteilung der Klassen auf Aldenhoven und Linnich bestätigt. Bei dieser Sitzung, die nach Angaben von Bürgermeister Claßen für den 19. November terminiert ist, solle ein Experte der Bezirksregierung als Moderator fungieren, ergänzte er. Die Sachbearbeiterin der Bezirksregierung, die den Wunsch nach rechtlicher Prüfung als Antrag missinterpretierte, habe darum gebeten, über Inhalt und Verlauf der Gemeinderatssitzung unterrichtet zu werden.

Mehr von Aachener Zeitung