Aldenhoven: Streit um die Neuordnung der Wahlbezirke weitet sich aus

Aldenhoven: Streit um die Neuordnung der Wahlbezirke weitet sich aus

Im Streit um die Neuordnung der Wahlbezirke in der Gemeinde Aldenhoven legt die oppositionelle CDU nach. Hans-Josef Königstein, CDU-Ratsherr und Ortsbürgermeister von Niedermerz, kritisiert, dass Langweiler aus Niedermerz herausgelöst wird und nach Schleiden „verschoben“ wird.

Königstein: „Das nenne ich eine zweite nun aber politische Umsiedlung der Bürger.“ Niedermerz wie auch Schleiden könnten eigenständige Wahlbezirke bleiben, sie erfüllten alle geforderten Vorgaben der Wahlordnung, so der Christdemokrat. Bereits die Ortschaft Langweiler habe nach Erreichen des Umsiedlungsstatus zur Gemeinde Niedermerz gehört. Vor rund 30 Jahren sei der Weiler Langweiler in seiner jetzigen Form besiedelt und der Ortschaft Niedermerz zugewiesen worden. Die Einwohner des Weilers wurden der Pfarre St. Johann Bapt. zugeordnet, Wilhelm Pfarrer Maqua wurde als ihr Pfarrer anerkannt. Diesen Schritt hätten auch die St. Matthäus-Schützen aus dem Umsiedlungsort Neu-Pattern gemacht, zahlreiche Mitglieder dieser Bruderschaft wohnten in Langweiler.

Dass im Kirchenvorstand und im Pfarrgemeinderat einige führende Mitglieder aus Langweiler kämen, sei ebenso eine Selbstverständlichkeit wie die Tatsache, dass Bürger des Weilers fester Bestandteil der Wähler- und Kandidatenliste seien. Durch gemeinsame Aktivitäten wurden die „Langweiler“ im Zusammenleben an Niedermerz herangeführt, somit auch nachvollziehbar sei, dass das gemeinsame Vereinsleben eine Einheit bilde.

Mitgliedschaften als aktive oder inaktive Mitglieder in den Niedermerzer Vereinen seien über die Zeit gewachsen, herausgestellt hier das gemeinsame Erntedankfest am 1. Sonntag im Oktober jeden Jahres. Königstein listet noch einige Beispiele der Zusammengehörigkeit auf: Kindtaufen, Kinderkommunion-Feiern, Hochzeiten und Beerdigungen der Bürger des Weilers fänden auch in Niedermerz statt. Bei der Gefallenenehrung am Volkstrauertag oder an Kirmestagen werde natürlich der Opfer des Weilers Langweiler gedacht. All diese gemeinsamen Aktivitäten „nennt man Beheimatung“, so der Christdemokrat. In Beheimatung stecke das Wort Heimat. „Diese Heimat haben die Umsiedler des Weilers im Zusammenleben mit Niedermerz gefunden und stetig ausgebaut.“

Darum bittet Königstein darum, die Entscheidung über die Verschiebung der Gemeindebezirke zu überdenken und die Menschen aus Langweiler „in ihrer jetzigen Heimat in Gemeinschaft mit Niedermerz zu belassen“.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen, hatte die Einschätzung, dass durch den Neuzuschnitt „räumliche Zusammenhänge rücksichtslos auseinandergerissen“ würden, schon an den Beispielen Dürboslar, einer CDU-Hochburg, und Siersdorf festgemacht. Bei der Kommunalwahl 2014 würden Dürboslar mit 679 Wählern aus dem Nachbarort Siersdorf 423 Wähler hinzugerechnet — und zwar aus dem SPD-dominierten Stimmbezirk Siersdorf 3, der darüber hinaus in sich vollkommen zerlegt werde und damit seine bisherige Identität verliere.

Dagegen hatte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Jansen erklärt, der neue Zuschnitt der Wahlbezirke sei aufgrund der Verringerung der Ratsmandate erforderlich und nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und der Fairness erfolgt.

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