Inden: Streit in Inden eskaliert heftig

Inden: Streit in Inden eskaliert heftig

Neue Eskalationsstufe im politischen Dauerstreit in der Gemeinde Inden: Die Ratsmehrheit aus CDU, SPD und Grünen verweigert Bürgermeister Jörn Langefeld die Entlastung im Jahresabschluss für die ersten Wochen seiner Amtszeit im Jahr 2015.

Das ist ein Ergebnis der Ratssitzung am Donnerstag, das als eine Art massives Misstrauensvotum gedeutet werden kann. Die UDB-Fraktion stimmte dagegen. Langefelds Vorgänger Ulrich Schuster, der am 20. Oktober 2015 in den Ruhestand getreten war, erhält dagegen die Entlastung. Brisant daran ist, dass Langefeld nach seinem Amtsantritt Ermittlungen gegen Schuster bei der Staatsanwaltschaft Aachen angestoßen hatte wegen des Vorwurfs der Untreue. Schuster soll eine Zahlung in Höhe von 357.000 Euro nicht in den Haushalt eingestellt, sondern als eine Art schwarze Kasse daneben geführt haben.

Aus dieser Kasse wurden Investitionen zu Gunsten der Gemeinde finanziert. Seit gut zweieinhalb Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft. Bisher ist unklar, ob sie Anklage erhebt. Eine Entscheidung soll zeitnah fallen. Langefeld hatte trotz ausstehenden Ermittlungsergebnisses in einer Fußnote zur Ratssitzung vermerkt, dass Schuster den Rat nachweislich in zwei Fällen belogen habe. Die Ratsmehrheit sieht das anders und brachte mit der verweigerten Entlastung ihre Zweifel an Langefelds Arbeitsweise und Umgangsstil zum Ausdruck.

(jan)
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