Inden/Altdorf: Straßenbauprojekt mit Langzeitwirkung

Inden/Altdorf: Straßenbauprojekt mit Langzeitwirkung

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Landrat Wolfgang Spelthahn wertete es als gutes Omen für einen Einstieg der Kreisstadt in die Indeland-Gesellschaft, dass mit Hubert Cremer Dürens stellvertretender Bürgermeister am Donnerstag den ersten Spatenstich zum Bau einer neuen Betriebsstraße sowie einer Teilstrecke der L12n in Inden/Altdorf beehrte.

Tagebaudirektor Arthur Oster hatte zuvor erläutert, dass die Baumaßnahme im Zuge des fortschreitenden Tagebaus notwendig wird, der eine Lagerstätte mit mehr als 400 Millionen Tonnen Braunkohle zur späteren Verstromung ausbeutet. So soll die Betriebsstraße künftig vor allem den Schwerlastverkehr und die notwendigen Baufahrzeuge aufnehmen, die für die Aktivitäten im Vorfeld des Tagebaus, etwa Brunnenbohrungen und Leitungsverlegungen, notwendig sind.

Direktanbindung zur A4

Zu der rund 3,2 Kilometer langen Straße gehöre auch ein Teilstück der L12n, die einmal den Kreisverkehr am neuen Indener Baugebiet „Waagmühle” mit der geplanten Anschlussstelle Langerwehe der A4 verbinden wird. Zudem soll die neue regionale Verbindung Merken von einem Teil des Durchgangsverkehrs entlasten.

Der neue Straßenzug beginnt am vorhandenen Kreisverkehr am Ortsausgang von Lucherberg und verläuft in östlicher Richtung bis zur K42 bei Merken. Die Anbindung an die vorhandene Kreisstraße erfolgt dann über einen neuen Kreisverkehrs.

RWE Power investiert mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW insgesamt rund 2,5 Millionen Euro in das Projekt. Die Fertigstellung ist für Mai kommenden Jahres geplant. Dann wird auch der Unterhaltungsweg für die Wartung der RWE-Betriebsanlagen ausgebaut sein und in das vorhandene Radwegenetz eingebunden. Dann findet der Radverkehr zwischen dem Kerngebiet der Gemeinde Inden und dem Raum Schophoven eine durchgehende und verkehrssichere Verbindung.

Oster rührt Werbetrommel

Der Tagebaudirektor nutzte die Gunst der Stunde, um für sein Unternehmen die Werbetrommel zu rühren. So erinnerte Oster daran, dass RWE Power im Tagebau und dem benachbarten Kraftwerk tausende sicherer und gut bezahlter Arbeits- und rund 180 Ausbildungsplätze bietet. Die Region profitiere auch von Folgeeffekten, denn das Unternehmen investiere jährlich rund eine Milliarde Euro im Rheinischen Revier.

Auch beim Straßenprojekt seien hiesige Firmen mit berücksichtigt worden. Der Bau der Straße sei Teil der langfristigen Perspektiven, die sich durch den Restsee für die Region ergeben, denn es entstehe ein durchgehender Straßenzug am Süd- und Ostrand des Tagebaus

Um den langen Vorlauf zu verdeutlichen, den die beiden Tagebaue im und um den Kreis Düren für die Planungsbehörden nach sich ziehen, erinnerte Landrat Wolfgang Spelthahn daran, dass die Straße bereits Teil der Wegeplanung von 2003 gewesen sei. Das zeige, wie wichtig es sei, Weichen schon sehr frühzeitig zu stellen. Spelthahn nannte es eine „historische Aufgabe”, mit einem Masterplan für die Gestaltung der Tagebaufolgelandschaft „eine der größten Vorhaben in ganz Deutschland” zu managen.

Gewinnermodell kreieren

Dazu sei es notwendig, die Kräfte weiter zu bündeln und sich der gemeinsamen Verantwortung zu stellen, was nach dem Tagebau geschieht. Der Landrat würde dazu gern ein so genanntes „Gewinnermodell” kreieren, das mit einer Wertsteigerung der gesamten Region verbunden ist.

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