Jülich: Stimmungsvolles Adventskonzert der Vocalwerkstatt Jülich

Jülich: Stimmungsvolles Adventskonzert der Vocalwerkstatt Jülich

Genießen, „was an Ihr Ohr, an Ihr Auge und vielleicht auch in Ihr Herz dringt“, wie Pastoralreferent Ralf Lövenich es ausdrückte, fiel leicht beim Adventskonzert der Vocalwerkstatt Jülich. Glasklare Stimmen des Chors „TonArt“ harmonierten mit gefühlvollem Instrumentenspiel des Bläserensembles der Musikschule und der Jazz-Combo vor wechselnden Lichtimpressionen.

Zudem überzeugte eine vierte Variante, die Bewegung. Ruhig und aufeinander abgestimmt, traten die Konzertierenden vom Seitentrakt in den Chorraum und wieder zurück, schritten durch die Kirche, um auf der Empore zu singen und wieder zurück in den Chorraum.

Mit „Machet die Tore weit“ von Gerhard Kronenberg begann das Adventskonzert in der über den letzten Platz hinaus gefüllten Propsteikirche. Noch war der Chorraum in dunkelviolettes Licht getaucht, die Chormitglieder nur schattenhaft zu sehen. Auf ein tolles Instrumental-Intro „durchbricht die Nacht“ von Eugen Eckert/Peter Reulein.

Die Sänger traten an die Altarstufen ins helle Licht und stimmten „Wachet auf“ von Felix Mendelssohn Bartholdy in einer Bearbeitung von Martin te Laak an. Den Weckruf verstärkten Trompeten, Posaunen und die Orgel, letztere gespielt von Christof Rück. Ein Subdirigat von der Empore aus war zur Koordination vonnöten.

„War das wunderschön“, raunte eine Zuhörerin andächtig. Gesamtleiter Martin te Laak spielte vor allem Keyboard oder solierte mit Sopranistin Mirjam te Laak wie etwa in „Virga Jesse“ von Bach. Als Dirigent fungierte zumeist Markus Gerards.

Besinnliche Texte von Ralf Lövenich setzten zwischendurch adventliche Akzente: „Lieben, wagen, träumen, warum eigentlich nicht...“? So hinterfragte der Seelsorger etwa die Advents- und Weihnachtszeit, in der alles mögliche Negative „schon passiert ist“.

Nachdem alle gemeinsam im Chorraum das „Gloria“ von Bach gesungen hatten, brachte Mirjiam te Laak auf der Empore die Arie „Rejoice“ von Händel zu Gehör, begleitet von Organist Rück und Trompeter Klaus Luft. Von oben stimmte auch das Gesamtensemble im Anschluss „And the glory of the Lord“ von Händel/Rondeau an.

Schlussendlich spielten die Bläser Robin Schlossbauer und Klaus Luft (beide Trompete), Karo Krahmer und Marcus Liebmann (beide Posaune) den „Contrapunktus I“ aus „Die Kunst der Fuge“, Variationen von Bach, von der Empore aus.

Tadellos interpretiert

Als nächstes Bild im lindgrün angestrahlten Chorraum waren sieben Sängerinnen im Fokus stehend zu sehen, während die restlichen Chormitglieder einen Halbkreis im Halbdunkel bildeten. Im Wechsel sangen die Frontsängerinnen den romantischen Song „The Rose“ von Amanda McBroom und der Restchor die Hymne „Es ist ein Ros entsprungen“. Das Gesamtarrangement unter dem Titel „Low how a rose“ von Craig Hella Johnson mag gefallen oder nicht, die Interpretation war tadellos.

Mit Mirjam te Laak als Sopranistin stimmte der Chor den von Mozart vertonten Psalm „Laudate Dominum“ an, bevor wiederum das Bläserquartett im Solo überzeugte, mit „What if I never speed“ von John Dowland. Mit abwechselnd eingesetzten Stimmlagen und Schlagzeug-, Gitarren- und Keyboardbegleitung war das „Light the lights“ von Andy Beck rhythmischer arrangiert.

Ebenso die Händel-Bearbeitung von David Pack von „But who may abide“, wo Drums in der musikalischen Begleitung dominierten. Im Anschluss war das Publikum eingeladen, Stücke wie „Adeste Fidelis“, „Night of Silence“ und „O du fröhliche“ mitzusingen. Der Applaus nach jedem Konzertstück mündete in einen abschließenden Riesenapplaus für ein wundervolles Konzert.

(ptj)