Jülich: Stimmige Werkauswahl zum Duett

Jülich : Stimmige Werkauswahl zum Duett

Im Schulzentrum an der Linnicher Straße in Jülich fand das Sommerkonzert des Collegium Musicum leider zeitgleich mit dem zweiten Deutschlandspiel der Weltmeisterschaft statt. Das wirkte sich negativ auf die Besucherzahlen aus, viele Plätze blieben leer. Aber der harte Kern der Freunde des Sinfonieorchesters fand sich trotzdem als Fan-Club der Musik zusammen und wurde reich belohnt.

Während das entscheidende Tor erst in letzter Sekunde fiel, war das Programm des Collegium Musicum von der ersten bis zur letzten Minute gleichbleibend spannend. Volkstümliche Weisen

Beschwingte Tänze aus dem Böhmischen eröffneten mit der Suite D-Dur op. 39 von Antonín Dvorak den musikalischen Reigen. Die volkstümlichen Weisen gaben den Musikern Gelegenheit, sich zusammen zu finden. Oft liegt in der Einfachheit und Schlichtheit große Tücke. Aber anfängliche Probleme bei Einsätzen, in Intonation und im Zusammenspiel besserten sich hörbar. Dirigent Peter Sauerwein hielt den Taktstock und damit die Fäden fest in der Hand. So schien das melodische Motiv in der Flöte in der Romanze die Spannung zu lösen, und die beiden letzten Sätze der Suite wurden sauber und klangschön musiziert.

Eine ehemalige Mitspielerin des Orchesters, Rachael Elliott, erwies sich als Meisterin an ihrem Instrument. Drei Jahre musizierte sie als erste Fagottistin mit dem Collegium Musicum und konnte jetzt mit dem Konzert für Fagott und Orchester F-Dur op. 75 als virtuose Solistin überzeugen. Weich und sensibel vom Orchester begleitet, gaben der kontrastreiche Stimmungsgehalt und die romantischen Klangfarben reiche Gelegenheit, die Klangkultur des Holzblasinstrumentes heraus zu arbeiten. Rachael Elliott arbeitete ebenso wie die opernhaft, dramatisch üppigen Züge auch die feinsinnigen Gesangspassagen und die eingängige Thematik heraus.

Für den herzlichen Applaus bedankte sie sich mit einer Zugabe, einer besonderen Komposition einer Freundin, die in die Klangwelt des australischen Busches entführte — zauberhafte Melodien und musikalische Bilder, denen der Zuhörer gerne noch länger gelauscht hätte. Von poetischem Gehalt Die Inspiration zu der Sinfonie Nr.3 in a- Moll hatte Felix Mendelssohn Bartholdy bei einer Schottlandreise um 1830. Nach einem langen Reifungsprozess war die Uraufführung jedoch erst 1842. Die schottische Landschaft, historische Gedenkstätten und natürlich die eigenwilligen Melodien des schottischen Volkes prägen den Gedanken des Werkes. Dies alles verbindet Felix Mendelssohn Bartholdy zu einer formvollendeten, stimmungsvollen Sinfonie, die von poetischem Gehalt und reiner Romantik lebt.

Das Collegium Musicum arbeitete mit Peter Sauerwein die elegische Note ebenso empfindsam heraus, wie auch die lebhaften Erinnerungen an sonnendurchflutete hügelige grüne Landschaften im zweiten Satz aufblühen.

Großer Applaus des Auditoriums war der Dank für eine großartige Leistung des Orchesters, der Solistin und des Dirigenten, die die Grundlage für einen harmonischen und anspruchsvollen Konzertabend bildeten.

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