Körrenzig: Steifzug durch Musikgeschichte bei „Kultur in der Alten Kirche“

Körrenzig: Steifzug durch Musikgeschichte bei „Kultur in der Alten Kirche“

Seit genau zehn Jahren erfreut der Verein „Rettet die alte Kirche Körrenzig“ die Menschen der Region mit seiner hochkarätigen Veranstaltungsreihe „Kultur in der Alten Kirche Körrenzig“. So mancher Künstler oder Referent gab in dieser Zeit hier seine Visitenkarte ab.

Ganz unterschiedlich waren die Genres, in denen sie sich bewegten, doch eines hatten die Veranstaltungen alle gemeinsam: Sie waren von ausgesuchter Qualität. So passte dann auch zu diesem kleinen Jubiläum die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Kulturreihe. „Renaissance bis Rock“, genau das, was das Programm der vergangenen Jahre ausgemacht hatte, stand über dem Konzert des Kammerchores „Altodijo“ aus Hückelhoven/Hilfarth.

Dieser Chor, der gerade einmal sechs Jahre alt ist, hat sich in seiner kurzen Geschichte bereits einen Namen gemacht. Seine 16 Sängerinnen und Sänger sind zwar ausschließlich Hobbymusiker, doch auf sehr hohem künstlerischem Niveau. Dies ist nicht zuletzt auf die Stimmbildung zurückzuführen, die sie seit drei Jahren mit einem Opernsänger betreiben. Von der Klassik über den Jazz bis zu Rock und Pop reicht ihr Repertoire.

Im vergangenen Jahr beschäftigten sie sich mit der „Petite Messe Solennelle“ von Rossini. Zurzeit proben sie für ihr Herbstkonzert, das ausschließlich aus für Chöre umgeschriebenen Filmmelodien besteht. Für Körrenzig hatten sie ein Programm ausgearbeitet, das die zahlreichen Musikfreunde auf einen Streifzug durch die Musikgeschichte entführte. Doch sie wollten keinen chronologischen Ablauf, sondern fanden es viel spannender, zwischen den Epochen zu springen. „Dadurch tun sich ganz überraschende Erkenntnisse auf. Mal entdeckt man Gemeinsamkeiten, mal totale Gegensätze und das macht dieses Konzert so spannend“, erklärt der Leiter des Chores, Johannes Fell, im Vorfeld. Mit „Bonjour mon Coeur“, einem Liebeslied aus der Renaissance von Orlando di Lasso, begann der Chor seinen Ausflug in die Musikgeschichte, um dann gleich wieder mit „Come in and stay a While“ von Rhonda Polay in die Gegenwart zu springen.

Mit Mozart gab es einen weiteren Abstecher in die Klassik, bei dem die Sopranistin Anna Fell als Solistin das Publikum begeisterte. Ein weiterer echter Zugewinn für den Chor ist auch Thomas Hansen, der seit einigen Jahren für die Klavierbegleitung zuständig ist. „Bridge over troubeled water“ von Paul Simon kann sicherlich zu den Höhepunkten des Konzerts gezählt werden, ebenso wie ein Auszug aus Rossinis „Petite Messe Solennelle“. Und im zweiten Teil ging es ebenso bunt gemischt weiter. Les Brown wechselte mit Brahms und John Bennet sowie einem Traditional aus Schottland. Mit „May it be“ aus „Herr der Ringe und „You ´ll be in my heart“ aus dem „König der Löwen“ wollten die Sänger Appetit machen auf ihr neues Programm.

Zum guten Schluss hatte der Chor den Rockklassiker „Bohemian Rhapsody“ von Queen ausgewählt. Reich belohnt wurden die Sänger mit dem Applaus des Publikums, zumal sie auch zugunsten des Vereins auf eine Gage verzichtet hatten. „Über die Kreisgrenze hinweg haben wir das tolle Engagement des Vereins und die Instandsetzung des wunderschönen alten Gotteshauses beobachtet und wollten auch einen Beitrag leisten“, hatte zu Beginn des Konzertes die Sprecherin des Chores erklärt.

(Kr.)
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