Linnich: Steht Glasmalerei-Museum auf sicherem Fundament?

Linnich: Steht Glasmalerei-Museum auf sicherem Fundament?

Der Neubau der Brücke über den Mühlenteich am Glasmalerei-Museum ist ein Aufregerthema. In der jüngsten Sitzung des Linnicher Stadtrates gingen die Emotionen teils ziemlich hoch. Die Tagesordnung sah eigentlich nur vor, die Mittel zur Planung des Neubaus der Brücke freizugeben. 43.460 Euro werden dafür veranschlagt. Doch die Diskussion ging über das rein Finanzielle weit hinaus.

So wollte SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen unüberhörbar giftig von der Verwaltung wissen, ob bei diesem Projekt bereits Mehrkosten entstanden seien und ob es eine Zeitverzögerung im Bauzeitenablauf gebe. Beigeordneter Hans-Josef Corsten bestätigte: „Wir haben einen Zeitverzug bei der Brücke, nicht aber bei der Gesamtmaßnahme.“ Letztere ist die Neugestaltung der Rurstraße im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK).

Hartmut Mandelartz, Fraktionsvorsitzender der UWG-PKL, ging den Kern des Unmutes direkt an, der bei der Diskussion über die Brücke mitschwingt. „Wir haben unser Entscheidung zur Sanierung auf ein Gutachten gestützt. Das war ja wohl für die Katz“, formulierte er unverblümt und schob die Frage nach einer Regressmöglichkeit nach. Erst bei Öffnung des Brückenbauwerks hatten sich die Schäden als „deutlich größer“ herausgestellt als angenommen.

Jetzt ist statt Sanierung doch der Neubau fällig, kalkuliert mit 300.000 Euro. Corsten bestätigte, dass die Verwaltung in dieser Hinsicht bereits mit dem Gutachter gesprochen habe und sich abzeichne, dass Stadt und Gutachter „ohne rechtliche Auseinandersetzung klar kommen“ würden. Thomas Venrath (CDU) verschärfte den Ansatz des PKL-Vorsitzenden. Man solle mit dem Gutachter hart ins Gericht gehen, „zumal der Nachtragsauftrag an dasselbe Büro geht“.

Bodengutachten

Außerdem müsse jetzt zusätzlich noch ein Bodengutachten zur Standsicherheit erstellt werden. Das wäre bei der Sanierung nicht notwendig gewesen. Marlis Bange (SPD) legte den Finger in die mögliche Wunde: „Es geht hier um die Stabilität des Glasmalerei-Museums.“ Dort habe man schon einige Exponate aus dem Bereich Straßenfront in den hinteren Museumsbereich verlagert — sicherheitshalber. Für Oetjen war an diesem Punkt das Ende der Debatte erreicht.

Ohne Klärung der Frage nach der Standsicherheit des Museumsfundaments könne gar nichts entschieden werden. Er beantrage, den kompletten Punkt zu vertagen. Das wiederum hätte garantiert eine Zeitverzögerung zur Folge, die nicht nur der Beigeordnete, sondern auch CDU-Fraktionschef Achim Grün vermeiden wollte. Grün: „Wir müssen jetzt Mittel bereitstellen!“

Die Forderungen von Manfred Neukirchen (SPD) („Erst muss der Gutachter ran, bevor geplant wird“) und Oetjen („Ich will, dass alles definiert wird, was gemacht werden soll“) mündeten letztlich in eine Erweiterung des Ratsbeschlusses. Der sieht nun vor, dass die Mittel zur Planung des Brückenneubaus bereitgestellt werden. Darüber hinaus soll der Planer alle Schnittstellen der angrenzenden Gebäude prüfen.

(ojo)