Jülich/Berlin: Stasi-Terror macht fassungslos

Jülich/Berlin: Stasi-Terror macht fassungslos

Auf ihrer Abschlussfahrt, die von den Klassenlehrern Monika Herzog, Birgit Fuchs und Norbert Billstein organisiert worden war, haben die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 des Mädchengymnasiums Jülich (MGJ) zahlreiche Facetten der Bundeshauptstadt Berlin erlebt.

Einer der Höhepunkte des Programms war die Führung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Dort befand sich früher die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR.

Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen. Rund um die Haftanstalt in der Berliner Genslerstraße waren zugleich die zentralen Diensteinheiten ansässig, die beim MfS für strafrechtliche Ermittlungen und Gefängnisse zuständig waren: die Hauptabteilung IX und die Abteilung XIV, die direkt dem Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, unterstanden. Sie kontrollierten die Ermittlungsabteilungen und Untersuchungsgefängnisse in den 15 DDR-Bezirken und koordinierten die Unterdrückung der Bürger.

Edda Schönherz führt

Fassungslos waren die Schülerinnen aus Jülich, als sie zum einen von den Haftbedingungen, zum anderen von den Anlässen für die Inhaftierung der Menschen in Höhenschönhausen erfuhren.

Die Führungen werden von ehemaligen Inhaftierten gemacht. So wurde ein Teil der Schülerinnen von Edda Schönherz geführt. Die damalige Fernsehmoderatorin der DDR wurde in Hohenschönhausen inhaftiert, weil sie sich in Budapest bei der westdeutschen Botschaft nach der Möglichkeit der Ausreise aus der DDR erkundigt hatte. Ab 1987 - nach ihrer Ausbürgerung - arbeitete sie für den Bayerischen Rundfunk.

Auch der Besuch des Deutschen Bundestages auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel ließ die Schülerinnen hautnah das politische Geschehen erleben. Dass Berlin eine vielseitige Stadt ist, die nicht nur historisch und politisch sondern auch kulturell und medial vielseitig ist, erlebten die Schülerinnen beim Besuch der „Revue Qi” im Friedrichstadtpalast.

Während der Tage in Berlin sahen die Schülerinnen zahlreiche Dreharbeiten zu Filmen sowie am Alexanderplatz Dreharbeiten zu „Gute Zeiten - Schlechte Zeiten” (GZSZ), einer Seifenoper, die der Privatsender RTL ausstrahlt.

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