Jülich: Startschuss zum Neubau der Kita Rurpiraten in Jülich

Jülich : Startschuss zum Neubau der Kita Rurpiraten in Jülich

Es ist nicht so, dass die „Rurpiraten“ in Jülich bislang viel Zeit auf oder im Wasser verbracht hätten. Aber in etwa 15 Monaten gehen sie richtig „an Land“. Dann hat die Zeit des Provisoriums für die Kinder und Erzieherinnen in der gleichnamigen Kindertagesstätte, die in Containern am Ginsterweg untergebracht ist, definitiv ein Ende.

Am Dienstag erfolgte mit großen und kleinen Spaten sowie großen und kleinen Baggern der Spatenstich für den viergruppigen Neubau auf dem selben Grundstück. Neben den Gästen von Kreis Düren, Stadt Jülich und den beteiligten Firmen waren nämlich zahlreiche Mädchen und Jungen neben dem Kita-Team unter Leitung von Britta Eberhardt Zeugen des nicht nur für sie wichtigen Ereignisses.

Bürgermeister Axel Fuchs dankte der Kita-Leiterin stellvertretend für den „hervorragenden Einsatz im Provisorium, die nicht immer ganz so einfach ist“. Und er dankte dem Stadtrat für die Standortentscheidung, über die in der Politik lange diskutiert worden ist. „Hier unmittelbar nebenan entstehen Mehr- und Einfamilienhäuser. Genau hier muss auch eine Kita hin“, sagte der Verwaltungschef.

Die wohl auffälligste Besonderheit der Kita Rurpiraten, die bis zum 1. August 2019 fertiggestellt sein soll, ist ihr opulentes Freigelände. Landrat Wolfgang Spelthahn prophezeite halb im Scherz: „Das wird die Kita mit dem größten Außenbereich bundesweit.“ Die Ursache dafür ist eine tektonische Störzone im Boden, die im vorderen Bereich des 4000 Quadratmeter großen Grundstücks am Ginsterweg keine weitere Bebauung erlaubt. Auch der Landrat hält den Standort für „ideal gewählt“.

Damit die Kinder, die am Dienstag schon bei strahlendem Sonnenschein lieber ein bisschen spielten, als den Erwachsenen zuzuhören, schon jetzt etwas vom großen Grundstück haben, wird das Außengelände an den Containern in einem ersten Schritt erweitert. Danach startet der Bau der ersten eingeschossigen Gebäude für drei Gruppen. Sie werden mit Pultdächern versehen, damit sie in die Umgebung an Ginsterweg und Jan-von-Werth-Straße passen.

2,5 Millionen Euro Baukosten

Die Anordnung der Gruppen-, Ruhe- und Sozialräume erfolgt nach modernsten Erkenntnissen, erklärte Peter Kaptain auf Nachfrage. Er ist Geschäftsführer der Gesellschaft für Infrastrukturvermögen des Kreises Düren, die als Bauherr auftritt. Die Baukosten betragen laut Kaptain rund 2,5 Millionen Euro. Dafür bekommen Stadt und Kreis eine nagelneue Kindertagesstätte in einem Wohngebiet, das in den nächsten Jahren um gut 100 Familien vergrößert wird, wenn die Stadt und das Land Nordrhein-Westfalen ihre Flächen auf dem alten Fachhochschulgelände vermarktet haben. Landrat Wolfgang Spelthahn sieht aber auch langfristig eine wachsende Nachfrage nach Kita-Plätzen, weil immer mehr Eltern die Kinderbetreuung in Anspruch nehmen — und das immer früher nach der Geburt. Derzeit liegt die Betreuungsquote im Kreis bei 42 Prozent — und damit über dem Landesschnitt für den ländlichen Raum

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