Hilft Menschen und Tieren: Start-Up-Unternehmen Innovitro bezieht in Jülich neue Räume

Hilft Menschen und Tieren : Start-Up-Unternehmen Innovitro bezieht in Jülich neue Räume

Das kleine Start-Up Innovitro hilft Menschen und Tieren: Menschen, weil es die Entwicklung von Medikamenten effizienter macht; Tieren, weil es Tierversuche in der Pharmaindustrie verhindern will.

„Wir haben eine Technologie entwickelt, mit der man menschliche Herzmuskelzellen untersuchen kann und schauen kann, wie Medikamente darauf wirken“, erklärt Dr. Matthias Goßmann, der mit dem Biomediziner Peter Linder Innovitro gegründet hat. Normalerweise werden Zellen auf harten Substraten wie Glas kultiviert. Dort sind die Bedingungen anders als im menschlichen Körper. Innovitro hat Platten mit ultradünner Silikonmembran entwickelt, die dieselben Eigenschaften haben wie das menschliche Herzmuskelgewebe. Medikamente müssten so nicht mehr an Tieren getestet werden, sondern an den Zellen im Labor. Das Start-Up verkauft das selbstentwickelte Messgerät und die Verbrauchsartikel, bietet aber auch den Service der Untersuchung an. Ende September wird das Gerät offiziell gelauncht.

Bisher kamen Goßmann und Linder im Rahmen eines Förderprogramms in Laboren der FH in Aachen unter. Jetzt haben sie sich für ihre Selbstständigkeit eigene Räumlichkeiten gesucht – gezielt in Jülich. „In der Start-Up-Szene sagt man immer, man soll nach Berlin gehen, nach Frankfurt oder München, aber hier in Jülich finden wir all das, was man da auch finden kann, nur konzentrierter. Gerade in der Biotechnologie ist Jülich schon ein super Standort“, sagt Goßmann.

Passende Räumlichkeiten zu finden, aus denen man ein Labor machen kann, war nicht einfach. Mit etwas Glück fanden sie in der Artilleriestraße in einer ehemaligen Arztpraxis den perfekten Ort für ihr Unternehmen. Am Freitag feierten sie die Einweihung der Räume. Da ihr Start-Up noch klein ist, reicht ein Laborraum aus. Allerdings hoffen die beiden Männer, dass Innovitro schnell wächst. Zwei weitere Mitarbeiter sollen innerhalb des nächsten Jahres eingestellt werden. „Wir spekulieren so ein bisschen drauf, dass wir später mal im ‚Brainergy-Park‘ zentral was finden“, so Goßmann. Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber die Zeichen stehen nicht schlecht: „Die Anfragen sind schon jetzt da. Die Leute scharren mit den Hufen und warten darauf, dass wir das Gerät offiziell rausbringen“, so Goßmann.