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Integriertes Handlungskonzept: Stadtrundgänge sind Bausteine fürs Jülicher InHK

Integriertes Handlungskonzept : Stadtrundgänge sind Bausteine fürs Jülicher InHK

Ist Jülich „vermüllt“ oder „eine schöne Stadt“? Was läuft gut, was ist verbesserungswürdig? In jedem Fall „sind die Jülicher diskussionsfreudig und mit Engagement dabei!“ Darüber freute sich Bernd Niedermeier von der Aachener Stadtplanungsgruppe MWM, die mit der Ausführung des Integrierten Handlungskonzeptes (InHK) beauftragt ist.

Anlass war ein Stadtrundgang aus dem Paket, das Ziele, Maßnahmen, Synergieeffekte sowie Projekt- und Kostenplanung der Gesamtmaßnahme fixiert.

In seiner Einführung resümierte Niedermeier den Auftakt im April mit 200 Teilnehmern und die Online-Beteiligung mit etwa 650 Klicks, 181 schriftlichen Beiträgen und rund 2000 Bewertungen. Mit 37 Prozent waren die 50- bis 60-Jährigen am stärksten vertreten. Stärken wurden zu 24 Prozent, Schwächen mit 76 Prozent herausgearbeitet.

Mit Klemmbrettern und Stiften bewaffnet, zogen zwei Gruppen durch Jülich. Die größere wanderte vorbei am südlichen Grüngürtel zum Bahnhofsumfeld, an den Schwanenteich und ins historische Stadtzentrum. Eine Gruppe hatte sich die westliche Innenstadt mit Brückenkopf-Park und als Schwerpunkt das Rurufer vorgenommen.

Austausch und Grundlage

Die Stadtrundgänge dienten dem Austausch zwischen Bürgern, Verwaltung und Planern an konkreten Orten und als Grundlage für die folgende Planungswerkstatt. Die Rückmeldung hat indes Zeit bis zu den Sommerferien, soll sie doch „mit kühlem Kopf“ überarbeitet werden. Die erste Diskussion der Teilnehmer an der östlichen Route entbrannte in der Kartäuserstraße. Diese könnte laut einer Anregung „als Einbahnstraße Richtung KuBa mit einem durchgängigen Radweg ausgebaut werden, was auch den Querverkehr entlasten würde“. Parkmöglichkeiten könnten auf eine Straßenseite konzentriert werden.

„Ist die Bevorzugung des motorisierten Verkehrs zukunftsfähig?“ Diese Frage warf Niedermeier in die Diskussion. „Wie empfinden Sie diesen Bereich?“, fragte er die Teilnehmer im KuBa-Umfeld. Sowohl Kultur- als auch ÖPNV-Angebot werden durchweg als gut empfunden, wenn auch der Jugendtreff einfach auf der Wiese erfolgt. Über die Anbindung mit dem Fahrrad waren sich die Teilnehmenden uneins: Ist zweimaliges Absteigen komfortabel? Wie sind die Ampeln geschaltet? Wie kriege ich mehr Leute aufs Fahrrad?

Zwei Schwerpunkte

Aus der Begehung kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus: Verkehrsführung und Bebauung. Ein Vorschlag aus den Online-Bewertungen wurde als positiv herausgegriffen: Man könnte die Bahnhofsstraße am KuBa vorbei verlängern, ebenso die Rochussstraße. „Zur Entlastung der Großen Rurstraße könne man den Verkehr auf die verlängerte Rochusstraße stoßen lassen“.

Bei der Anfahrt in die Stadt hatte die sprießende Fontäne des Schwanenteichs der MWM-Abordnung den Weg gewiesen. Kann die nicht dauerhaft betrieben werden?

(ptj)