Jülich: Stadt würdigt 500 Jahre Kompetenz in Jülicher Verwaltung

Jülich: Stadt würdigt 500 Jahre Kompetenz in Jülicher Verwaltung

„Wir waren der Meinung, dass das nicht ausreicht“, sagte Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs zu Beginn einer Feierstunde im Kleinen Sitzungssaal des Jülicher Rathauses. Gemeint waren die Ehrungen langjähriger Mitarbeiter, die mehr verdient hätten als nur ein kurzes Dankeschön hinter verschlossenen Türen.

Hatte man sich im vergangenen Jahr bei der Premiere noch im Großen Sitzungssaal getroffen, war diesmal die „kuscheligere“ kleine örtliche Variante gewählt worden. Die Würdigung der Loyalität gegenüber der Stadt habe einfach einen schönen Rahmen verdient, fügte Fuchs hinzu, und so habe man alle Mitarbeiter, die für 25 oder 40 Jahre treuer Dienste geehrt werden sollten, und zwei in den Ruhestand wechselnde zukünftige Pensionäre mit ihren Partnern für ein paar schöne Stunden eingeladen.

Tatsächlich stellte sich gleich eine angenehme familiäre Atmosphäre ein. Dass Stadtverwaltung viel mehr ist als „die lieben Menschen, die hier in den Büros arbeiten“, betonten neben Fuchs auch Richard Schumacher, Leiter des Haupt- und Personalamtes, und der Personalratsvorsitzende Jürgen Hennes. Dazu zählen beispielsweise auch die Stadtbücherei, die Musikschule, die Volkshochschule, das Museum, das Archiv, die Kindergärten, die Schulen, die Feuerwehr, das Jugendheim, der Bauhof oder auch die Stadtwerke. Entsprechend gaben die Jubilarinnen und Jubilare gleichsam ein Abbild der gelebten Vielfalt einer Stadtverwaltung.

Wie sah es vor 40 Jahren aus, was hat sich alles verändert? Bei den Antworten auf diese Fragen erinnerte man sich an eine Zeit, in der mit der Einführung der EDV ein Paradigmenwechsel im Berufsalltag einsetzte. Den Anfang machten Diktiergeräte, und „irgendwann standen dann diese komischen Teile da, die ganz toll aussahen“ umschrieb Fuchs den Einsatz der ersten PCs und Monitore. Der eigentliche Reichtum der Verwaltung einer Stadt seien jedoch die Kolleginnen und Kollegen, deren hochqualifizierte Arbeit es verdient habe, von der Öffentlichkeit gewürdigt zu werden. „Unglaublich froh“ zeigte der Bürgermeister sich darüber, dass alle Fraktionsvorsitzenden der politischen Parteien an der Feierstunde teilnahmen.

Richard Schumacher, selbst bereits über 30 Jahre in Diensten der Stadt, dankte den Jubilaren und Ruheständlern und betonte: „Wir alle stellen uns mit großem Engagement unserer Verantwortung.“ Bedauerlich sei, dass die Arbeit in der Öffentlichkeit oftmals klischeehaft und pauschal kritisiert werde. Fehlende Wertschätzung der kommunalen Daseinsfürsorge zeige sich besonders häufig in unreflektierter Kritik über die „social medias“. Natürlich stelle man sich der Kritik, wenn sie berechtigt sei.

Als Leiter des Haupt- und Personalamtes dankte er den Jubilaren, die jeder ein wichtiges Zahnrad im Getriebe der Verwaltung seien, für ihre langjährige Dienerschaft. Ein bewusst gewähltes Wort, da man sich als Diener des Bürgers verstehe. Auch dem Bürgermeister, der nicht müde werde, das immer wieder hervorzuheben und „uns im wahrsten Sinne des Wortes zu verteidigen“, gelte ein großes Dankeschön.

Der Personalratsvorsitzende Jürgen Hennes konnte sich kurz fassen. „Ich hätte die gleichen Sachen sagen wollen“, verwies er auf seine Vorredner. Mit einem Blick auf die Liste der Jubilare stellte er fest, dass über 500 Jahre Kompetenz und Einsatz für die Stadt Jülich und ihre Bürger an diesem Abend gewürdigt würden.

Mit einem Vers der Bläck Fööss leitete Axel Fuchs zum gemütlichen Teil der Feier über: „Drei, Vier — jetzt jeht ett an datt Bier.“ Für die musikalische Untermalung sorgte ein Bläserensemble der Musikschule Jülich unter der Leitung von Klaus Luft.

(jago)
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