Linnich: Sportgebäude: Daumen hoch zum Neubauprojekt des SCE

Linnich: Sportgebäude: Daumen hoch zum Neubauprojekt des SCE

Es hat schon sein Gutes, wenn einem ein Museum gehört. So ganz gehört das Glasmalerei-Museum Linnich zwar nicht dem Ausschuss für Kultur, Sport, Generationen und Soziales, aber ein bisschen irgendwie doch. Und so kamen die Ausschussmitglieder vor ihrer jüngsten Sitzung in den Genuss eine exklusiven Führung durch das die aktuelle Sonderausstellung „Markus Lüpertz wird 75. Ein Geschenk für das Rheinland“.

Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski hatte nicht nur fachlich-anschaulich Hintergründiges und Erhellendes zu Künstler und Werk zusammengestellt. Sie hatte wusste auch um einige Anekdoten, die dem Publikum bei der Eröffnungsfeier am Sonntag — über 500 Gäste wurden gezählt — verborgen blieben.

Nach diesem kulturellen Hochgenuss stand allerdings profane Ausschussarbeit auf der Agenda. Dazu zählte die Empfehlung an den Stadtrat zur Neufassung der Richtlinien zur Förderung von Sport-, Kultur- und Heimatvereinen der Stadt Linnich. Hierzu brachte Michaela Körffer (PKL) einen Änderungsvorschlag. Bei Entscheidungen über Zuschüsse sollten die Vereine künftig drei Kostenvoranschläge beibringen. In der Vorlage der Verwaltung ist schlicht von Kostenvoranschlag die Rede. Das sei auch völlig ausreichen, befand Peter Leufen (CDU: „Für einen 1500-Euro-Auftrag kriegt man keine drei Kostenvoranschläge zusammen.“ Das sahen auch die große Mehrheit der Ausschussmitglieder so, die zunächst den PKL-Antrag ablehnte und hernach einstimmig für die Verwaltungsversion stimmte.

Der nachfolgend zu behandelnde Antrag spielte dieser „Entscheidung“ in die Karten. Der Sportclub Ederen möchte in Eigenleistung ein Sportgebäude auf Sportplatzgelände errichten. Dazu hatte er eine dreigeteilten Antrag an die Stadt gestellt. Der sieht zum einen die Genehmigung zum Abriss des vorhandenen Gebäudes vor, zum anderen die Genehmigung zu einem Neubau und letztlich beantragte der Sportclub einen Zuschuss zu den Gesamtkosten, die mit 40 000 Euro veranschlagt sind.

„Der Verein, sagt was er will, was es kostet und wer es bezahlt. Was sollten da noch drei Kostenvoranschläge?“, schlug Hans-Friedrich Oetjen (SPD) den Bogen zur vorangegangenen Debatte über die Zuschuss-Richtlinien.

Die PKl hatte zu diesem Vorhaben eine Reihe von Fragen und empfahl daher Vertagung der Beschlussfassung. Aber auch hier setzte sich eine deutliche Mehrheit durch, die dem Neubau-Antrag des Vereins zustimmte. Die Verwaltung soll die Baugenehmigung einholen und die spätere Bauleitung übernehmen. Die Beratung über etwaige Zuschüsse wird im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2017 erfolgen.

Ausdrücklich wurde der Verein darauf hingewiesen, dass damit nicht gesagt ist, dass der Verein tatsächlich auch einen Zuschuss erhält. Er baut auf eigenes Risiko.

(ojo)
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