Barmen: Sonntagsmatinée: Schanders handgemachte Musik in Overbach

Barmen: Sonntagsmatinée: Schanders handgemachte Musik in Overbach

Bereits im Februar des vergangenen Jahres hatte Benedikt Schander die Gäste der Overbacher Sonntagsmatinée mit einem Solokonzert erfreut, bei dem er sowohl selbst komponierte Lieder vorgetragen hatte, als auch Werke von Philipp Poisel, Leonard Cohnen und Jeff Buckley. Mit seinem Erfolgsrezept konnte er seine Zuhörer auch jetzt wieder begeistern.

Damals bereits ließ Schander seine künstlerische Handschrift erkennen, die vor allem von dem Wunsch geprägt zu sein scheint, ehrliche handgemachte Musik zu schreiben und vorzutragen, mit der er nicht in erster Linie kommerzielle Ziele verfolgt, sondern Werte vermitteln möchte.

Beim neuerlichen Konzert im Rahmen der Overbacher Sonntagsmatinée, bei der der junge Liedermacher mit seiner Band auftreten sollte, traten seine Ausdrucksmittel noch stärker, noch künstlerisch reifer zum Vorschein. Nicht zuletzt dadurch, da diesmal ausschließlich selbst geschriebene Lieder dargebracht wurden.

Vieles aus dem alltäglichen Radioprogramm ist für Schander englischsprachige „Konservenmusik“, Musik ohne Herz und Seele, die in erster Linie Geld verdienen soll. Nicht so seine Lieder: Auch in den Anmoderationen seiner Werke lässt der Musiker erkennen, dass er die Fähigkeit besitzt, den Menschen ins Herz zu schauen und seine Beobachtungen künstlerisch zu interpretieren.

Die Frage, warum auch er in englischer Sprache singt, nimmt er dabei selbst vorweg. Mit der englischen Sprache gelingt es ihm, die nötige emotionale Distanz zu seinen hochemotionalen Texten herzustellen.

Dem Publikum gefällt, was Benedikt Schander zu sagen hat, und zeigt sich besonders beeindruckt von seiner gefühlvollen Stimme sowie seinem Rhythmusgefühl.

Benedikt Schanders Mutter, die verstorbene Overbacher Gesangsdozentin Anna Schander, hatte einst die Reihe der Sonntagsmatinéen in der Overbacher Klosterkirche ins Leben gerufen, die sich seither an jedem ersten Sonntag im Monat großer Beliebtheit erfreut. Besonders das abwechslungsreiche Programm aus klassischer und moderner Musik, die immer ein wenig zur jeweiligen Jahreszeit passt, wird von der großen Zahl der Stammgäste geschätzt.

Und so bedankte man sich auch diesmal mit lang anhaltendem ­Applaus bei Benedikt Schander und seinen jungen Bandkollegen nach einem beeindruckenden Konzert, das zu Recht den Titel „Es rockt im Herbst“ trug.

(rb)
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