Engelsdorf: Sonne, Wasser, Ähre: Bildhauerkunst würdigt Grabsteinkultur

Engelsdorf: Sonne, Wasser, Ähre: Bildhauerkunst würdigt Grabsteinkultur

Wieder einmal hat ein Beispiel großartiger bildhauerischer Kunst die Gemäuer der Burg in Engelsdorf verlassen, wo der Künstler Juan Fernandez seine kreative Heimat hat. Ein tonnenschwerer Grabstein aus hartem grauem Granit hat seinen Platz dort gefunden, wo er eine ganz private bleibende Erinnerung dokumentiert und als allgemeingültiges Symbol für den erhebenden Übergang vom Leben zum Tod steht.

Fernandez präzisiert die Mehrfachwirkung des Kunstwerkes mit dem Hinweis auf dessen gleichzeitig zweckgebundenes und ebenso entpersonalisiertes Dasein, das „tiefe Dimensionen der Personen” reflektiert, die am Schaffensprozess beteiligt waren.

So ergibt sich eine Synthese aus den Intuitionen der Auftrag gebenden Personen, der gestalterischen Freiheit des ausführenden Künstlers und aus „den Signalen, die der Stein aussendet”.

Die Skulptur zeichnet sich dadurch aus, dass aus den verschiedenen Dialogen keine additive Formenmelange entstanden ist, sondern dass aus der langwierigen Suche heraus eine ruhige, aber dennoch kraftvolle Einheit gewachsen ist.

Symbolhaft dargestellt sind, getragen auf zwei angedeuteten Säulen, die Sonne, das Wasser und eine Gerstenähre als Boten des Werdens, des Seins und des Übergehens in eine höhere Daseinsform.

Für den Theologen Fernandez hat das Werk neben dem künstlerischen Anspruch auch eine mystische Seele, die sich erst in dem Moment entfalten konnte, als sich „das Werk als verinnerlichtes Grundbild” in seinen Gedanken manifestiert hatte.

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