Jülich: SommerLeseClub: 144 Kinder verwandeln sich in Leseratten

Jülich: SommerLeseClub: 144 Kinder verwandeln sich in Leseratten

„Schock deine Lehrer - lies ein Buch!” Das ist das Motto des SommerLeseClubs (SLC) in NRW. Und da es sich besonders in der schulfreien Zeit entspannt lesen lässt, war es in diesen Sommerferien wieder so weit. Auch die Stadtbücherei in Jülich hatte in diesem Jahr zum wiederholten Mal an dem Projekt teilgenommen, bei dem Schüler ab der 5. Klasse in den Sommerferien zahlreiche Bücher lesen.

Am Samstag feierten die eifrigen Leseratten gemeinsam in der Stadtbücherei den Abschluss des Projekts.

Insgesamt 144 Kinder hatten sich in Jülich zum SLC angemeldet und waren in aufregende Leseferien gestartet. In der großen Auswahl der Bücherei warteten Abenteurer, Schurken und andere Helden darauf, die Kinder in ihre Bücher zu entführen und auf eine Fantasiereise mitzunehmen.

Dass viele der Teilnehmer begeistert dabei geblieben sind, zeigt die gute Quote. 99 der angemeldeten Kinder schafften mindestens drei Bücher, davon 11 besondere Leseratten sogar mehr als zehn Bücher. „Rekord waren in diesem Jahr 45 Bücher,” berichtete Werner Wieczorek, Leiter der Stadtbücherei.


Wer am Ende der Ferien drei oder mehr Bücher geschafft hatte, erhielt dafür beim Abschlussfest am Wochenende ein Zertifikat, das den Leseeifer bestätigt. Doch die Leselust wird nicht nur mit einer Bescheinigung gewürdigt. Die Mühe wird auch auf dem Zeugnis belohnt und kann dort als besondere Lernleistung vermerkt werden.

Dass es sich dabei in der Tat um eine besondere Leistung handelt, betonte auch Bürgermeister Heinrich Stommel bei seiner Begrüßung der lesebegeisterten Kinder. Wer früh lerne, sich Wissen durch Lesen anzueignen, der gewinne Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Daher freute er sich über die hohe Teilnehmerzahl in diesem Jahr, die sich im Vergleich zum letzten Jahr fast verdoppelt hatte. „Dass so viele Kinder mitgemacht haben zeigt, wie gut örtliche Schulen und die Stadtbücherei zusammenarbeiten”, so Stommel.

In der Tat hatte die Stadtbücherei besonders mit dem Gymnasium Zitadelle sowie der Haupt- und Realschule der Stadt Jülich zusammengearbeitet. „Wir haben die Schulen besucht und sind in die Klassen gegangen, um dort die Schüler für das Lesen in den Ferien zu motivieren,” erklärte Werner Wieczorek.

Sicherlich hat auch das einen Beitrag sowohl zur hohen Teilnehmerzahl auch als zu der hohen Anzahl von Büchern beigetragen, die von den Kindern gelesen wurden. In den sechs Wochen des SLC wurden fast 800 Bücher von den Teilnehmern ausgeliehen.

Und weil viel gelesen wurde, gab es auch viel zu berichten. Denn für das Zertifikat mussten die Schüler natürlich den Inhalt des Buches kennen und wiedergeben. 20 Mitglieder des Fördervereins der Stadtbücherei ließen sich die Geschichten von den Kindern erzählen. „Manchmal haben sich ganze Schlangen von Kindern gebildet, die zum Erzählen des Inhalts gekommen waren”, berichtete Wieczorek. Auch Elisabeth Vietzke, Vorsitzende des Fördervereins, war begeistert von der Motivation der Teilnehmer. „Wir mussten ganz selten Fragen stellen. Die Kinder plapperten nur so drauf los.”

Krönender Abschluss des SLC war das Fest am Wochenende. Gemeinsam feierten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Freunden und Familien. Jeder erfolgreiche Teilnehmer konnte einen Gutschein für ein Stück Pizza und zwei Getränke einlösen.


Der SLC und das Abschlussfest sind sicherlich auch durch die zahlreichen Unterstützungen erst so gut zu organisieren gewesen. Die Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbücherei, der einen beträchtlichen Teil der Organisation für den SLC übernommen hatte, bedankte sich besonders bei den zahlreichen Sponsoren, die die Stadtbücherei unterstützt hatten, darunter auch die Sparkasse Düren, die Stadtwerke Jülich, die Straßengemeinschaft Kleine Rurstraße und die Buchhandlung Fischer.

Die Zertifikate überreichten schließlich Heinrich Stommel und Elisabeth Vietzke. Neben den begehrten Bescheinigungen erhielten die Kinder auch ein Los und konnten so noch einen Preis, zum Beispiel ein Buch, gewinnen.

Dass sich die meisten Teilnehmer aber besonders auf das Zertifikat freuten, erklärte Werner Wieczorek: „Viele Kinder machen nicht in erster Linie wegen des Festes und den Preisen mit, sondern besonders wegen der Urkunde, auf die sie ja auch stolz sein können.” Eine solche Motivation wird wohl jeden Deutschlehrer freuen, gehört das Lesen doch zu den „bedeutendsten Kulturtechniken”, wie Bürgermeister Stommel betonte.