Jülich: Sommerkonzert: Eine qualitativ und quantitativ starke Demonstration

Jülich : Sommerkonzert: Eine qualitativ und quantitativ starke Demonstration

Es war das längste und abwechslungsreichste Sommerkonzert, das die Vokal- und Instrumentalgruppen des Jülicher Gymnasiums Zitadelle seit langem in der voll besetzten Schlosskapelle präsentierten. Das Konzert verlief dennoch so kurzweilig, dass die jungen Künstler trotz drückender Hitze nicht um einige Zugaben herumkamen.

Die spürbare Belebung des musikalischen Angebots ist Ausdruck der kräftigen personellen Verstärkung im musischen Bereich des Gymnasiums. Die Fachgruppe Musik um Martina Sowa wurde in den letzten Jahren gleich um drei Lehrkräfte erweitert, nämlich um Viviana Gerstengarbe, Irina Lennartz und Peter Schulz.

Irina Lennartz kümmert sich nicht nur um die Schülerchöre, sondern begeisterte bereits zum Auftakt des Konzerts mit Beiträgen, die sie mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 und 6 sowie der Oberstufe EF innerhalb des normalen Musikunterrichts erarbeitet hat. Wobei ihnen allen ein instrumentales Klassenmusizieren auf verschiedenen Instrumenten gelungen ist, das sich hören lassen konnte. Sowohl den Unterstufenschülern, die mit einem japanischen Volkslied erfreuten, als auch den beiden Oberstufen-Gruppen, die fetzige Latino-Stimmung mit Hits wie Camila Cabellos „Havana“ und Alvaro Solers „El Mismo Sol“ verbreiteten.

Danach zeigte sich auch der von Irina Lennartz betreute Schülerchor mit den Songs „Hollywood Hills“ und „Rooftop“ von seiner besten Seite. Eine kleine Gruppe aus dem Chor überraschte später noch mit einem lupenrein intonierten Vortrag des schwierigen Songs „Run“ von Leona Lewis.

Um den im Aufbau befindlichen Lehrerchor kümmert sich Viviana Gerstengarbe, die eine stilsichere Interpretation der barocken Gotteslob-Hymne „Cantate Domino“ von Hans Leo Haßler einstudierte.

Einen quantitativ starken Anstieg verzeichnet das mit Schülern der Unterstufe besetzte Vororchester, das in den Händen von Martina Sowa liegt. Zwei Klezmer-Lieder und ein ungarischer Tanz zeugten von der wachsenden Spielstärke und der ungebrochenen Begeisterung der jungen Musiker.

Und auch im Orchester der fortgeschrittenen Schüler geht es aufwärts, das diesmal mit einem besonders umfangreichen Programmblock vertreten war. Das von Pedro Obiera und Bernhard Wille geleitete Ensemble unterstützte diesmal zunächst drei sehr junge und erfreulich begabte Solistinnen bei ihren anspruchsvollen Aufgaben. Johanna Schröder erwies sich als versierte Interpretin eines Satzes aus einem frühklassischen Konzert für Violoncello und Orchester von Johann M. Molter, die Geigerin Emilia Dreßen begeisterte mit einer klangschönen Darbietung von Massenets berühmter „Meditation“, und Carla Leibold bewältigte nicht minder souverän die virtuosen Aufgaben eines Flötenkonzerts von Carl Stamitz.

Anschließend ging es mit den Tangos „Glissando“ und „El Choclo“ eine Prise populärer zu, gipfelnd in Leroy Anderson pfiffigem Klassiker „The Typewriter“, bei dem Henrike Wille als Schreibmaschinen-Virtuosin glänzte.

Den kräftigen Beifall erwiderte das Orchester mit einem schwungvoll-melancholischen Walzer von Dmitri Schostakowitsch.

Eng wurde es in der Schlosskapelle, als sich zum Abschluss alle Mitwirkenden zu dem Hit „A Night like this“ versammelten, mit dem das diesjährige Sommerkonzert einen würdigen Abschluss fand.