Aldenhoven: „Solche Witze sind beschämend”: Viel Trara um Büttenrede

Aldenhoven: „Solche Witze sind beschämend”: Viel Trara um Büttenrede

Udo Wassenhoven, Fraktionsvorsitzender der SPD im Aldenhovener Gemeinderat, geht mit Bürgermeister Lothar Tertel scharf ins Gericht.

„Wo sind die Herren nur hingekommen?”, kritisiert er auch den Personalratsvorsitzenden Karl Schwarz und reagiert damit auf den Bericht „Ratsherr verärgert mit Büttenwitz Gemeindeverwaltung” (Ausgabe vom 13. Januar).

Seit Generationen diene der Karneval dazu Witze zu machen, erst recht über die „Obrigkeit” wie Beamte, Politiker, Kirche oder den Adel, meint der Freialdenhovener Sozialdemokrat. In Aldenhoven wollten Bürgermeister (CDU-nah) und Personalratsvorsitzender Schwarz (CDU) damit Schluss machen, denn „der Bürgermeister beschimpft einen jungen SPD-Ratsherren und Karnevalisten als „Maulhelden” und verlangt eine Entschuldigung, weil der im Zeitungsinterview einen alten Beamtenwitz wiederholt hat.”

Lächerlich sei, dass ein Karl Schwarz im Siersdorfer Karnevalsverein aktiv sei und im Rathaus als Personalratsvorsitzender Witze zensiert. „Er sollte sich für die eine oder die andere Funktion entscheiden.”

Bürgermeister soll karnevalistischen Einladungen fernbleiben

Und dem Bürgermeister empfiehlt Wassenhoven, sämtliche Karnevalseinladungen abzulehnen. Es könnten ja Beamten- oder Politikerwitze erzählt werden. Dann „müsste er, auf den beides zutrifft, sofort auf die Bühne gehen und die Redner als Maulhelden beschimpfen. Zudem sollte er die jährliche Karnevalsfeier an Altweiber im Rathaus absagen. Man könnte dort ja über unzensierte Witze lachen.”

Aldenhoven Alaaf

Dabei, so schildert der SPD-Fraktionschef, „liebt der Bürgermeister doch eigentlich Witze zu Lasten anderer”. So habe Tertel einen Gastreferenten, den Landschaftsplaner Martin Castor aus Mönchengladbach, im Gemeinderat begrüßt, „indem er sich über dessen Namen lustig machte und ihn in Verbindung zu strahlenden Castorbehältern stellte. Es war für Rat und Gemeinde beschämend, solche „Witze” eines Bürgermeisters erleben zu müssen.”

Wassenhoven will nicht nur im Karneval weiter über Beamten- und Politikerwitze, über Männer- und Frauenwitze, über Deutsche- und Holländerwitze usw. lachen und diese weitererzählen. „Und ich werde sie als das sehen, was sie sind: lustige Sprüche, womit eine riesige Gruppe von Kabarettisten und Comedians uns täglich in Radio und Fernsehen unterhalten. Und keine Merkels, Westerwelles oder von der Leyens regen sich darüber auf. In diesem Sinne: Aldenhoven Alaaf!”

Wassenhoven kann jetzt zumindest einen Aldenhoven-Witz erzählen: „Was macht ein Mitarbeiter der Gemeinde Aldenhoven, wenn er im Karneval einen Witz hört? Er fragt Bürgermeister und Personalrat, ob er lachen darf.”

Mehr von Aachener Zeitung