Linnich: SIG Combibloc: Gutes Klima für Ausbildung

Linnich: SIG Combibloc: Gutes Klima für Ausbildung

Der Verpackungshersteller SIG Combibloc bildet seit 1965 in gewerblichen Berufen aus. „Wir sind überzeugt, kein Ausbildungsbetrieb wie jeder andere zu sein”, sagte Herbert Reis, der vor zehn Jahren als Ausbilder für Elektronik in die gewerbliche Ausbildungsabteilung wechselte und seit fünf Jahren Leiter der gewerblichen Ausbildung ist.

Neben den fundierten Inhalten in Praxis und Theorie sei es vor allem ein gegenseitiger respekt- und vertrauensvoller Umgang miteinander, lautet meist das Feedback der Ausgebildeten. Fünf gewerbliche Berufe stehen auf dem Programm: Mechaniker, Elektroniker, Mechatroniker, Drucker und Verpackungsmittelmechaniker. Darüber hinaus werden bei SIG Combibloc auch Industriekaufleute und Fachinformatiker ausgebildet.

1965 starteten die ersten Auszubildenden ihre Laufbahn in Linnich. Zunächst erlernten Dreher und Maschinenschlosser ihren Beruf. Verpackungsmittelmechaniker, Drucker, Industriemechaniker und Elektroniker kamen mit den Jahren hinzu. Seit 2005 werden auch Mechatroniker ausgebildet, ein Beruf, der die Fähigkeiten von Mechanikern und Elektronikern verknüpft.

Mit der Zahl der Berufe wuchsen auch Abteilung und Ausbildungswerkstatt. Nach einem Umbau 2009, der zum größten Teil von den Auszubildenden und Ausbildern selbst umgesetzt wurde, wuchs auf heute über 1200 Quadratmeter. Aus der Ausbildungswerkstatt wurde ein modernes Ausbildungszentrum, das auch von anderen Firmen im Linnicher Umfeld als überbetriebliche Ausbildungsstätte genutzt wird.

Seit 2008 bietet die Ausbildungsabteilung in Kooperation mit Fachhochschulen für Abiturienten das duale Studium in den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau an, zum Beispiel Maschinenbau PLuS (Praxisverbund Lehre und Studium). Der Absolvent studiert neben seiner Ausbildung zum Industriemechaniker zusätzlich Maschinenbau.

Rund 100 Auszubildende beschäftigt SIG Combibloc zurzeit. Die Anforderungen an die Betriebe sind komplexer als in den 70er oder 80er Jahren, weiß Herbert Reis: „Neben der fachlichen ist auch die soziale Komponente ganz wesentlich für unsere Ausbilder.”

Im vergangenen Jahr wurden zusätzlich 30 Mitarbeiter aus den Produktionsabteilungen als Ausbildungsbeauftragte geschult. In diesem Jahr werden Schulungen für weitere 30 Mitarbeiter folgen. Herbert Reis: „Unser Ziel ist, dass jeder Azubi die erworbenen Kenntnisse auf seine Arbeiten überträgt, sie selbstständig erledigt und kontrolliert. Das ist ein Grund, weshalb seit 1965 jeder Auszubildende seine Abschlussprüfung auf Anhieb bestanden hat.”

Der Startschuss für ein gutes Klima wird durch eine gemeinsame Fahrt aller Auszubildenden gesetzt, die mit ihrer Ausbildung beginnen. So werden am 1. September neuerlich 28 junge Menschen in gewerblichen Berufen ins Berufsleben starten, vier im kaufmännischen Bereich, die gemeinsame Fahrt ist obligat.

Und nach welchen Kriterien wird eingestellt? „Es sind nicht nur die Zeugnisnoten. Wer in unserem Einstellungstest gut abschneidet und uns im persönlichen Gespräch überzeugt, den nehmen wir.”

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