Jülich: Seniorenbeirat: Anruf genügt, Einkaufshilfe kommt

Jülich: Seniorenbeirat: Anruf genügt, Einkaufshilfe kommt

Nachgefragt wurde er schon, nun wird er eingerichtet: Jülich bekommt einen ehrenamtlichen Einkaufsdienst. Umgesetzt wird die Idee vom Seniorenbeirat Jülich, den wiederum der Reparaturdienst „Senioren helfem Senioren” inspirierte. Dort war immer wieder nachgefragt worden, ob die Reparateure auch beim Einkauf zur Hand gehen könnten.

Der Beirat nahm sich der Sache an, suchte und fand schließlich fünf Freiwillige, die ohne Lohn älteren, kranken oder behinderten Menschen den Gang in den Supermarkt, zum Bäcker oder zum Metzger abnehmen.

Das Verfahren ist einfach. „Wir werden zunächst jeden Donnerstag von 10 bis 11 Uhr im Stadtteilbüro Nordviertel sitzen. Hier können die Leute anrufen, und wir schicken ihnen einen Einkäufer”, erklärt Marlies Keil vom Seniorenbeirat. Kunde und Einkäufer sprechen ab, was einzukaufen ist, Der Einkäufer zieht los, arbeitet den Einkaufszettel ab, liefert die Ware dem Kunden und rechnet ab.

Der Einkäufer arbeitet zwar lohnfrei, erhält aber eine Entschädigung von 30 Cent pro gefahrem Kilometer , berechnet wird dabei auch die Fahrtstrecke vom und zum Wohnort des Ehrenamtlers. „Unsere Einkaufshelfer kommen zwar überwiegend aus der Stadt Jülich, aber wir haben auch eine, die in Koslar wohnt.” Sie wäre natürlich für Koslarer, Barmener oder Merzenhauser die erste Adresse.

Ganz wichtig, ergänzt Giesela Booz vom Seniorenbeirat, sei der Hinweis, „dass es sich bei der Einkaufshilfe nicht um einen Begleitservice handelt”. „Unser Hilfen fahren für, aber nicht mit den Leuten einkaufen”, bekräftigt Marlies Keil. Unerwünscht sind auch schlicht „bequeme Kunden”, die den Dienst in Anspruch nehmen wollen, nur weil sie selbst keine Lust zum Einkauf verspüren.

Natürlich kann sich die Einkaufshilfe auch nicht verzetteln, indem ihr zu jedem Warenwunsch auch noch dezidiert das Geschäft vorgeben wird. Welche Sonderwünsche der Einkäufer erfüllt, bleibt dem Verhandlungsgeschick des Auftragsgebers überlassen.

„Wir wollen erst mal gucken, wie es läuft”, sind Marlies Keil und Giesela Booz selbst gespannt auf die Resonanz. „Wenn der Bedarf steigen sollte, werden wir schauen, was machbar ist”, halten sie sich die Option offen, weitere ehrenamtliche Helfer zu rekrutieren.

Der ehrenamtliche Einkaufsdienst ist ab 14. Juni jeden Donnerstag von 10 bis 11 Uhr zu erreichen unter 02461/8018811.

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