Aldenhoven: Selbstbestimmung ist wichtig

Aldenhoven: Selbstbestimmung ist wichtig

Vor genau zehn Jahren wurde in der Pützdorfer Straße dicht neben dem Römerpark vom Landschaftsverband Rheinland das Apartmenthaus für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung eröffnet.

Das war Grund genug, dieses kleine Jubiläum mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen zu feiern. Bei sommerlichem Wetter begingen die 18 Bewohner zusammen mit ihren Betreuern und dem einen oder anderen Angehörigen das Fest draußen auf dem Außengelände. Besonders bemerkenswert ist, dass von den Bewohnern der „ersten Stunde“ 15 dieses Jubiläum mitfeiern konnten.

Andreas Buttlar, der Heimleiter, war auf die außerordentlich geringe Fluktuation auch unter dem Haus- und Pflegepersonal besonders stolz. Ein Zeichen dafür, dass man mit dem Modell der Einrichtung den richtigen Weg gewählt hatte und sich alle hier wohlfühlen. „Unsere Arbeit ist nicht einfach. Aber man gibt nicht nur, man nimmt auch. Die Menschen sind alle so dankbar.“

Zum Wohnen stehen vier Einzel- und sieben Doppelapartments zur Verfügung. Allerdings hat jeder auch im Doppelapartment ein Einzelzimmer. Mit der Einrichtung wird dem wachsenden Wunsch von behinderten Menschen und deren Angehörigen nach individuellen Wohn- und Betreuungsformen entsprochen. Auch wenn viel Unterstützung bei der Lebensführung und im Zusammenleben erforderlich ist, wird viel Wert auf die Selbstbestimmung des Einzelnen gelegt.

Ein Leben so normal wie möglich gilt auch für den Behinderten, was die Lebensbereiche Beschäftigung und Freizeit anbelangt. Viele sind tagsüber in den Behindertenwerkstätten in Eschweiler und Stockheim tätig. In ihrer Freizeitgestaltung sind sie frei. Sie sind in Aldenhoven integriert. Mit oder ohne Hilfen besuchen sie den Kiosk, das Café oder Restaurant, tätigen Einkäufe, nehmen Kontakte zur Bank wahr und pflegen eine gute Nachbarschaft insbesondere zum nebenan liegenden „Kindergarten am Römerpark“.

Mit dessen Kindern haben sie schon mal Malaktionen durchgeführt. Der Regionalleiter des LVR-HPH-Netzes West, Christian Bradl, führt die sehr gut gelungene Eingliederung der Behinderten auf das engagierte und qualifizierte Mitarbeiter-Team zurück, das in hohem Maße für den Wohlfühl-Effekt dieser Hausgemeinschaft verantwortlich ist.

(gre)
Mehr von Aachener Zeitung