Neu eingerichtete Pfarrstelle: Seelsorge im Kirchenkreis gestärkt

Neu eingerichtete Pfarrstelle : Seelsorge im Kirchenkreis gestärkt

Diakon Christian Heinze-Tydecks koordiniert die Notfallseelsorge und kümmert sich um Aus- und Fortbildung der Ehrenamtler. Gewöhnungsbedürftiger Wechsel vom Ruhr- ins Rurgebiet.

„Hier herrscht noch Chaos“, weist Diakon Christian Heinze-Tydecks auf all die Umzugskistenartons, die sich in dem Haus in Selgersdorf stapeln, das er gerade erst bezogen hat. Am 1. Mai hat er im Kirchenkreis Jülich die neu eingerichtete Pfarrstelle für die Koordination in der Notfallseelsorge sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Seelsorge angetreten.

Heinze-Tydecks bezeichnet sich selbst als „Spätheimkehrer“, denn er stammt aus Erkelenz, bevor er in Witten eine Ausbildung als Diakon und Erzieher absolvierte, seine gleichaltrige Ehefrau Simone kennenlernte und eine Familie gründete, zu der Sohn Johannes (8) und Tochter Josefine (5) gehören. Mit vielen weiteren Fortbildungen und einem berufsbegleitenden Studium „Supervision und Beratung“, das er im März abgeschlossen hat,  erweiterte der Diakon sein Spektrum und war zuletzt als Gemeindepädagoge und Pastoralpsychologe in der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Witten tätig.

„Die Stellenausschreibung des Kirchenkreises Jülich hätte ich exakt so für mich geschrieben“, beschreibt Heinze-Tydecks den Grund, warum er nach 18 Jahren im Ruhrgebiet sich nun der neuen Herausforderung an Rur, Inde und Wurm stellt. Zunächst tut er das unter der Woche als „Einzelkämpfer“, denn die übrige Familie zieht erst in den Sommerferien von Witten nach Selgersdorf. Begleitet hat ihn neben den Umzugskisten der ungarische Moody-Collie-Mix Momo, der sich in der Puzta als Bewacherhund bewährt hat.

Sein Talent als Wachhund beweist das 18 Jahre alte Tier, sobald der Klingelknopf betätigt wird. Überdies trägt er zur Beruhigung seines Herrchens bei, für den der Umzug „aufs Land“ mit einem scharfen Kontrast verbunden ist. Von Witten in Hörweite eines Stahlwerkes, das rund um die Uhr arbeitet, raubt ihm die plötzliche Stille in Selgersdorf nun förmlich den Schlaf. Daran wird sich der 36-jährige Hobby-Imker sicher rasch gewöhnen, zumal er „lieb aufgenommen worden ist“.

Sein neues Aufgabengebiet im Kirchenkreis Jülich, der die Kommunalkreise Düren und Heinsberg umfasst, betrifft einmal die Koordinierung der gesamten Notfallseelsorge, die bisher vom Feuerwehrseelsorger aus Heinsberg und dem Polizeiseelsorger aus Düren übernommen worden war. Dieses Angebot richtet sich an Opfer und Einsatzkräfte. Zudem soll der Diakon ein zentrales Fortbildungsangebot für die ehrenamtlichen Kräfte in allen Gemeinden des Kirchenkreises aufziehen, beispielsweise in der Kinder- und Jugendarbeit. Diese Mitarbeiter möchte er „befähigen, etwas selber zu machen“ und ihnen gleichzeitig ihre Grenzen aufzeigen, um die Gefahr der Selbstausbeutung zu bannen.

Als wenn dieser reiche Strauß von Aufgaben nicht reichen würde, bietet Christian Heinze-Tydecks Ratsuchenden seine Erfahrungen, Kenntnisse und Hilfe auch während der Freizeit in seiner Praxis für Supervision und Beratung an.