Jülich: Science Slam im KuBa erbringt sechs Superhirne

Jülich: Science Slam im KuBa erbringt sechs Superhirne

Spannung und Pudelmützen, Mats Hummels und Wechselstrom, Rock am Ring und Herzflimmern — Vergleiche, die beim Science Slam „Wer ist das Jülicher Superhirn?“ zum Thema Strom gezogen wurden.

„Hier zeigt sich die Wissenschaft von einer anderen Seite“, sagte Jenny Staß, die am Gymnasiums Haus Overbach Mathe und Physik unterrichtet, zu den Präsentationen der Slammer. Moderator Artur Cebulla ergänzte: „Es geht um den Spaß und die Begeisterung an den Naturwissenschaften.“

Gleich drei Altersklassen kämpften im Kulturbahnhof um den Brain-Preis. Den Anfang machte die erste Altergruppe von der ersten bis sechsten Klasse: Sichtlich nervös betraten Carolin Liebich und Larissa Lohkamp vom Gymnasium Haus Overbach die Bühne.

„Macht die Spülmaschine nur an, wenn sie ganz voll ist und steckt alle Geräte im Haus aus, wenn ihr in Urlaub fahrt“, gaben die Schülerinnen im Vortrag „Sinnvoll Strom sparen“ Tipps, die auch die Stromrechnung reduzieren. Mit einem Klatschometer wurde die Reaktion des Publikums ermittelt. Da das Publikum tobte und jubelte, holten sich die Mädchen den Sieg.

Im nächsten Durchlauf für Schüler bis zur zehnten Klasse ergatterten Sascha Nievelstein und Norick Tschauder, ebenfalls zwei Overbacher, mit „Strom — Alltag und trotzdem unbekannt“ Platz eins. Passend zur Fußball-EM erklärten sie Wechselstrom mit den häufigen Vereinswechseln vom BVB zum FC Bayern.

„Denn auch der Wechselstrom bewegt sich hin und her“, feixten die beiden Jungs charmant auf der Bühne. Das Publikum antwortete mit Lachern und brachte am Ende des Vortrags das Klatschometer zum Glühen.

The last but not least betraten in der letzten Gruppe, die aus Oberstufenschülern, Azubis und Studenten bestand, Laurin Galasso und Anna Linkenheil die Empore. Beide absolvieren zurzeit eine Ausbildung zu Physiklaboranten im Forschungszentrum. Zusätzlich ist Anna Linkenheil an der FH fürs Studienfach Physikingenieurwesen eingeschrieben.

Ihr Thema „Unter Strom — Strom im menschlichen Körper“ versinnbildlichte das Duo mit den Blitzeinschlägen während des Festivals Rock am Ring. „Fließt Strom durch den Körper, kann es zum Herzkammerflimmern kommen“, erläuterte Anna Linkenheil. Ironischerweise könne man das ebenfalls mit Strom — etwa mit einem Defibrillators — wieder in Ordnung bringen. „Oder es bringt nichts mehr, dann ist die Person schon tot“, sagte Laurin Galasso weiter. Der schwarze Humor löste beim Publikum Gelächter aus. Der Applaus ließ die Skala des Katschometers auf 101 Dezibel steigen, womit sich das Duo den Sieg sicherte.

Als sich bei den Organisatoren der Science-Slam-Premiere kurz vor Schluss erst zwei Slammer gemeldet hatten, sei man kurzzeitig nervös geworden. Zum Glück zählte die Veranstaltung durch Anmeldungen in letzter Minute stolze 40 Teilnehmer. Darunter 15 Duos und ein Trio. Nach dem ersten erfolgreichen Wettbewerb sind mehr Science Slams in Planung.

(mio)