Jülich: Schwimmleistungszentrum: „Ein Rückschlag, aber nicht der Todesstoß”

Jülich: Schwimmleistungszentrum: „Ein Rückschlag, aber nicht der Todesstoß”

Unser Bericht über den Ausstieg der Stadtwerke Jülich beim Schwimmleistungszentrum hat viele Reaktionen hervorgerufen. Im Onlineforum meldeten sich etliche Leser zu Wort und äußerten vornehmlich harsche Kritik. Hinter vorgehaltener Hand in der Stadt orakeln Wissende und Unwissende, ob das zig Millionen Euro schwere Vorhaben nun gestorben ist.

Landrat Wolfgang Spelthahn ist Initiator des Schwimmleistungszentrums und beantwortet diese Frage eindeutig mit Nein. Im Interview mit unserem Redakteur Volker Uerlings nahm der aus Jülich stammende Chef der Kreisverwaltung Stellung.

Waren Sie überrascht, als Sie vom Ausstieg der Stadtwerke erfuhren?

Spelthahn: Es hat mich zu diesem Zeitpunkt überrascht, weil kurz vorher erst die europaweite Ausschreibung gestartet worden war. Es wäre klug gewesen, diese Ausschreibung abzuwarten. Ich habe aber eine Vermutung, warum die Stadtwerke ausgestiegen sind.

Und welche?

Spelthahn: Die Belastungen für das Unternehmen sind sehr hoch, auch wenn festgeschrieben war, dass die laufenden Kosten bis maximal 1,4 Millionen Euro und der einmalige Zuschuss fünf Millionen Euro betragen hätte. Das hätte wohl die jetzige Leistungskraft der Stadtwerke überspannt.

Welche Folgen hat der Ausstieg?

Spelthahn: Vorerst keine. Die europaweite Ausschreibung läuft mit Erfolg. Fünf Bewerbungen liegen schon vor. Wir rechnen mit zehn bis zwölf Interessenten insgesamt. Bis zum 20. Juni wollen wir die Interessenten erfassen und maximal fünf auswählen, die ein bauliches Angebot abgeben. Dann wird sich auch zeigen, ob es nicht Firmen gibt, die mit geringeren Kosten auskommen.

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