Linnich: Schuldenabbau: Blick in eine andere Liga

Linnich: Schuldenabbau: Blick in eine andere Liga

An Dienstreisen nach Köln haben sich Linnichs Bürgermeister und Kämmerer schon fast gewöhnt. Als Vertreter einer Arme-Schlucker-Kommune kamen sie in den Genuss einer Beratung durch die Bezirksregierung.

Die letzte dieser Art, jedenfalls nimmt Beigeordneter Hans-Josef Corsten an, dass es sich um die letzte handelte, fand jüngst statt. Der Finanzverwalter der Vorzeigekommune Langenfeld im Kreis Mettmann hielt seinen Kollegen aus acht dunkelrot verschuldeten Kommunen einen Vortrag, wie man wieder auf die fiskalisch schwarze Seite gelangt. Langenfeld hat es geschafft, in 20 Jahren völlig schuldenfrei zu werden.

Wie Corsten dem Linnicher Finanzausschuss berichtete, blieb offenbar kaum mehr als ein Aha-Effekt im Auditorium hängen. Sein persönliches Resümee lautete kurz und bündig: „Keine Erkenntnisse für Linnich.”

Langenfeld sei letztlich überhaupt nicht mit der Stadt an Rur zu vergleichen. Die aufstrebende Kommune auf goldenem Boden zwischen Düsseldorf und Köln hat knapp 60.000 Einwohner, Tendenz steigend, und verfügt über Steuereinnahmen von fast 100 Millionen Euro. Das ist nicht Linnichs Liga.