Jülich: Schülerinnen setzen Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ in neuer Interpretation um

Jülich: Schülerinnen setzen Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ in neuer Interpretation um

Die Q1 des Mädchengymnasiums Jülich (MGJ) hat Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ auf die Bühne gebracht. Dabei zeigten die Schülerinnen, die das Theaterstück unter der Leitung von Bettina Grooten einstudierten, ein anderes Ende als im Original.

Die Q1 eröffnete das Stück, indem sie im Spiel das Ensemble vorstellte. Denn die Rollen von Max und Moritz waren gleich zweimal besetzt. So spielte in der ersten Hälfte Sidorela Mirena den Max und Adelina Ahmeti den Moritz. Nach der Pause übernahm dann Anna Lena Dederichs den Max, und die Rolle des Moritz wurde von Aylin Demirezen übernommen.

Dann begann der Schabernack. „Max und Moritz sind aus dem Fenster ausgebüxt“, ließ Lehrer Lämpel (Linnea Heuer) verlauten. „Haben sie keine Angst, dass ihr Spitz ihre Hühner frisst?“, sagte Frau Böck (Michelle Paninka), die die Witwe Bolte (Annabell Bergmann) stets von der Hausarbeit abhielt.

„Nein, mein Hund ist das netteste, süßeste, liebste was es auf der Welt gibt“, erwiderte die Witwe und strich bei jedem Wort dem Hund über Kopf. Dieser wurde von Tabea Bender dargestellt, im Hundekostüm auf allen Vieren.

Max und Moritz äfften die Beschreibung des Haustieres nach und beschlossen, Witwe Bolte zu ärgern. Schon geht die Serie von Streichen los, die sich durch die ganze Vorführung zogen. Die brutale Ausführung des folgenden Scherzes wurde durch einen Sprecher beschrieben. Hier wechselten während der Veranstaltung Katharina Hausmann, Fabian Lovisa und Leonie Radermacher ab.

„Und ihr Hals wird lang und länger, ihr Gesang wird bang und bänger“, wurde das Resultat durch die Originalverse der Bildergeschichte beschrieben, nachdem die Hühner die an Schnüre befestige Brotkrumen geschluckt haben. Sie verenden.

Nachdem Max und Moritz die Hähnchen gestohlen und die Pfeife ihres Lehrers zur Explosion gebracht hatten, war beim nächsten Streich auch das Publikum gefragt. Dieses bestand nach einer öffentlichen Premiere am Vorabend aus Grundschülern, die nun zusammen mit Max und Moritz lautstark brummend den Maikäfer nachahmten und damit Onkel Fritz (Valerie Neumann) vertrieben. Vorher sangen die Jungen noch ein Lied über den Käfer.

Die Streiche der Jungs fanden ihr Ende, als sie beim Aufschneiden der Getreidesäcke des Müllers (Nova-Marie Peters) erwischt wurden. „Nun geht es nach der Mühle“, drohte dieser, doch der Onkel schritt ein: „Das lasse ich nicht zu!“ Der Schneider Böck (Marie-Louise Wirtz) lehrte dann die kleinen Besucher: „Bosheit ist kein Lebenszweck.“

Lehrer Lämpel wusste Rat. Es wurde beschlossen, dass Max und Moritz ihre Taten wieder gut machen müssen. So müssen sie beispielsweise mit dem Hund der Witwe spazieren gehen oder die Brötchen des Bäckers ausliefern.

Damit wich die Q1 von der Vorlage ab, in der Max und Moritz durch den Müller getötet und an Vögel verfüttert werden. Nach dem Ende der Aufführung luden die Schauspieler die Jungen und Mädchen der Grundschulen auf die Bühne ein. Zusammen machten sie noch einen Hühnertanz.

„Das alternative Ende war eine gute Lösung für jüngere Hörer“, waren sich die Lehrerinnen von der GGS Koslar, Barbara Jörrens und Angela Hintz, einig und weiter: „Wir fanden es sehr schön und kommen gerne zur nächsten Aufführung wieder.“

Des Weiteren spielten bei dem Stück Nathalie Richter (Bauer Mecke) und Luisa Schmacher (Bäcker) sowie Johanna Deffur, Joline Dreyling, Lea Santos Krämer und noch mal Katharina Hausmann (Hühner und Puppen) mit.

Nach der öffentlichen Vorführung wurde, statt eines Eintritts, zu Spenden aufgerufen. Diese wurden am nächsten Tag an die Stephanus-Schule für Theaterprojekte übergeben.

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