Barmen: Schüler erhalten erste Einblicke in Forensik und Mikrocontroller

Barmen: Schüler erhalten erste Einblicke in Forensik und Mikrocontroller

In den Ferien lernen? Klar! Die Teilnehmer der Junior Akademie im Science College Haus Overbach waren mit Begeisterung dabei. 54 Schüler aus Nordrhein-Westfalen im Alter von 14 Jahren beschäftigten sich zehn Tage mit den Themen Forensik, Mikrocontroller und Nanotechnologie.

Am Tag der Rotation stellten sich die Schüler gegenseitig erste Arbeitsergebnisse vor. Luis Hourtz erklärte zum Beispiel, wie Fluoreszenzmikroskopie funktioniert. Er ist Schüler am Stiftischen Gymnasium Düren und hat sich mit einem Motivationsschreiben für die Akademie beworben. Ausschlaggebend für die Auswahl seien gute Zeugnisnoten, das Sozialverhalten und außerschulische Aktivitäten. „Wer gute Noten hat und Zeit für viele Hobbys, dem fällt das Lernen leicht“, begründet Regina Lützenkirchen, Dozentin für Biologie und Forensik.

Für die Schüler war der zehntägige Aufenthalt im Science College ein einmaliges Angebot. Der Tag begann um sieben Uhr mit dem Frühstück, darauf folgten Workshops. Die restlichen Stunden füllte Akademieleiterin Sarah Schmidt mit Sport- und Musikangeboten. Luis war begeistert, fand Programm und Teilnehmer klasse. „Zum Abschied fließen oft Tränen“, sagt Rusbeh Nawab, Leiter des Science College.

Ein Fall für die Forensik

Im Rahmen der Akademie besuchten die Schüler das Institut für Nano-Biotechnologie der FH Aachen auf dem Campus Jülich, durften den Wissenschaftlern über die Schulter schauen, erhielten eine Einführung in die Rasterelektronenmikroskopie. Beliebt war das Fachgebiet Forensik. Anhand eines konstruierten Falles untersuchten die Schüler Fingerabdrücke und Bissspuren an einem Apfel, der am „Tatort“ gefunden wurde. In einer kleinen Body Farm — einem Areal, in dem wissenschaftliche Studien zu postmortalen Veränderungen durchgeführt werden — konnten sie Verwesungsprozesse an toten Ratten vergleichen.

Im Themenbereich Mikrocontroller konstruierten die Teilnehmer ein Hovercraftboot. Die Schüler planten und programmierten fast selbstständig, sagt Kursleiter Hans-Peter Kühn von der RWTH, Lehrstuhl Informatik.

Die Akademie habe nicht nur das Ziel, reines Wissen zu vermitteln, betonte Lützenkirchen: „Wir versuchen, Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln.“ Dazu gehörten auch Recherche, Vorbereitung von Vorträgen oder Projektmanagement.

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