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Niederzier: Schreiben nach der Katastrophe

Niederzier : Schreiben nach der Katastrophe

Die Palette umwälzender Ereignisse der Gegenwart ist lang. Themen, die an der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule Niederzier/ Merzenich nicht vorbei gehen.

Gemeinsam haben Deutsch-Leistungskurs und Kunstkurs jetzt ein kleines Projekt ausgearbeitet, das das Zusammenwirken von Bild und Text zum Gegenstand hatte. Vorlage boten Kaltnadelradierungen des Kunst-Grundkurses, in der die Schüler persönliche oder gesellschaftliche Katastrophen umsetzteb. „Unsere Lehrerin hat uns bei der Motivwahl freie Hand gelassen,” erklärt Sonja Lennartz.

Im Rahmen des Kursthemas „Schreiben nach der Katastrophe hatte sich der Deutsch-LK zur gleichen Zeit mit literarischen Texten nach dem 2. Weltkrieg auseinander gesetzt. „Da sich auch die Schriftsteller dieser Zeit um geeignete neue Ausdrucksformen bemüht haben, lag es nahe, den Schülern die Möglichkeit des kreativen Schreibens zu ermöglichen,” erklärt Deutschlehrer Guido Müller. „Wir haben versucht unseren Eindruck vom Kunstwerk in eine Kurzgeschichte umzusetzen,” erklärt Meike Becker.

Nach Fertigstellung der Erzählungen endete das Projekt in einer kleinen Vernissage. Die Texte wurden neben den Drucken platziert, die Projektteilnehmer konnten die Ergebnisse begutachten und besonders geglückte Geschichten wurden noch einmal genauer betrachtet.

„Durch dieses Projekt konnten die Schüler erleben, wie ihre eigenen Kunstwerke auf andere Menschen wirken und welche Assoziationen sie auslösen,” sagte Sabine Mehrhoff, Kunstlehrerin des Kurses. Die Schüler waren erstaunt über die Resultate: „Ich hätte nicht gedacht, dass alle so spannend schreiben,” resümiert Jeremias Schoberer.

Da einige erfreuliche Resultate zustande gekommen sind, werden die Ergebnisse jetzt in der Schule auf einer Stellwand präsentiert. Deutschlehrer Müller sieht den Sinn projektorientierten Arbeitens bestätigt: „An den Ergebnissen kann man schon erkennen, dass man der Kreativität der Schüler immer wieder Räume geben muss.”