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Jülich: Schlosskonzerte erklingen weiter

Jülich : Schlosskonzerte erklingen weiter

Die komplette Mittelkürzung durch die Stadt stellt für die Freunde der klassischen Musik in Jülich keinen finalen Paukenschlag dar. Die Reihe der Schlosskonzerte lebt aber weiter.

Durch die private Initiative einiger musisch begeisterter Jülicher gibt es definitiv auch in der näheren Zukunft jährlich sechs Veranstaltungen, in denen sich qualitativ hochwertige Künstler und besonders talentierte Musiker präsentieren. Das steht nach Angaben des neuen Fördervereins „Jülicher Schlosskonzerte” fest, wie der Zusammenschluss nun darlegte.

Seit drei Jahrzehnten

Abgesehen von der Finanzierung ändert sich nicht viel. Alle Kräfte, die diese seit fast drei Jahrzehnten bestehende Reihe zuletzt mit Melodien füllten, engagieren sich weiter - auch die Stadt über die „neue” Brückenkopf-Park-Gesellschaft.

„Als wir das gelesen haben, war das für uns fast ein Schock. Wir wollten zunächst nicht glauben, dass alle Mittel für die Schlosskonzerte aus dem Haushalt gestrichen werden sollen”, erläutert Dr. Helmut Trinkaus (Geschäftsführer), der mit seiner Frau Susanne (Künstlerische Leiterin), Schatzmeisterin Karin Witte und dem Schriftführer Dr. Gerhard Pirug den Vorstand bildet. Auch Thomas Palm als musikalischer Experte und Marianne Lohmer (Kulturamt, jetzt Park-GmbH) engagieren sich im Förderverein. Neun Mitglieder hoben ihn aus der Taufe.

8000 Euro Zuschuss

Rund 8000 Euro Zuschuss plus die Mittel für die städtische Büro-Infrastruktur schlagen als Defizit zu Buche. Außerdem fallen Nebenkosten für Werbung an. Da kommt ein stattlicher fünfstelliger Betrag zusammen.

Die Resonanz des Publikums sorgte lange Zeit für Kostendeckung, wie Marianne Lohmer als langjährige Verantwortliche für die Reihe erläutert.

Auch jetzt liege der Deckungsgrad noch bei 80 Prozent. Von den 188 Plätzen sind rund die Hälfte von Abonnenten belegt. Deren Zahl will der Förderverein steigern, berichtet Geschäftsführer Helmut Trinkaus. „Zwölf neue haben wir schon.”

Forum für Kammermusik

Der Verein versichert, „dass wir auf jeden Fall versuchen, die Qualität zu halten und wenn möglich zu steigern”. Die Schlosskonzerte bleiben qua Satzung ein Forum für Kammermusik, die auch und vor allem von jungen Künstlern aus dem In- und Ausland präsentiert wird.

Die Stadt will helfen, wo sie helfen kann. Das versicherte diese Woche der Beigeordnete Joachim Krause und sprach für Bürgermeister Heinrich Stommel. So signalisiert die Kommune dem Verein Entgegenkommen beispielsweise bei Saalmieten.

„Dieses Engagement verdient Dank. Das ist schon etwas Besonderes, wenn sich die Initiatoren so ins Zeug legen. Aber die Reihe ist auch aus einer bürgerschaftlichen Initiative gewachsen”, blickt Krause zurück.

Oder anders ausgedrückt: Sind die Kassen des Staates leer, öffnen die Bürger ihr Portemonnaie...